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Ein gefälschtes Zertifikat oder gefälschte Zertifikate, die nicht den europäischen Normen entsprachen, hatten die Schutzmittel gegen das Coronavirus aus China, die dem Gesundheitsministerium in Prag für Hunderte Millionen Kronen durch die tschechische Firma LA Factory geliefert wurden. Darüber informierte am Dienstag das Internetportal Seznam Zprávy. Der Inhaber des Unternehmens, Radek Švec, bestritt, falsche oder unangemessene Zertifikate eingereicht zu haben. In seiner Reaktion auf den Artikel erklärte Gesundheitsminister Adam Vojtěch (parteilos), dass die Firma LA Factory von der tschechischen Handelsinspektionsbehörde eine Ausnahmegenehmigung erhalten habe und dass deren Hilfsmittel für den EU-Markt geliefert werden könnten. Darüber hinaus habe der Staat laut Vojtěch die Qualität der Hilfsmittel geprüft und nur diejenigen entfernt, die den Anforderungen nicht entsprachen.

Bisher hat das Ministerium der Firma LA Factory aus Lanškroun 471 Millionen Kronen (17,4 Millionen Euro) für Atemschutzmasken, Mundschutzbinden und andere Hilfsmittel gezahlt, eine weitere Lieferung für 250 Millionen Kronen (9,2 Millionen Euro) steht noch aus. Nach Angaben des Internetportals aber hat das Ressort einen Teil der Bestellungen storniert, da die Hilfsmittel zuvor nicht die versprochene Qualität hatten. Oppositionelle Abgeordnete, allen voran die Piraten, kritisieren schon seit längerem, dass das Gesundheitsministerium die Schutzmittel im Gegensatz zum Innenministerium zu überhöhten Preisen eingekauft habe.