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Alle Kandidaten für das Amt des tschechischen Staatspräsidenten, die durch die Gesetzgeber und Bürger nominiert werden, können ihre Kandidatur nur auf einem der beiden Wege einreichen. Das geht aus einer Information des Innenministeriums hervor, die das Ministerium am Sonntag auf seiner Homepage veröffentlicht hat. Die Kandidaten können daher entweder durch 20 Abgeordnete oder 10 Senatoren oder aber die Unterstützung von 50.000 Bürgern, bekräftigt durch eine entsprechende Unterschriftensammlung, nominiert werden. Die mögliche Doppel-Kandidatur tangiert die Bewerbung des ehemaligen Premierministers Miloš Zeman, der sowohl die Stimmen von 10 Senatoren als auch über 50.000 Wählern hinter sich weiß. Der 68-jährige Pensionär Zeman muss sich demzufolge für eine Form der Kandidatur entscheiden.

Der Nachfolger von Präsident Václav Klaus wird am 11. und 12. Januar 2013 gewählt. Die Präsidentschaftsbewerber müssen ihre Kandidatur bis spätestens zum 6. November abgeben. Neben Zeman haben auch Außenminister Karel Schwarzenberg (Top 09) und Vize-Senatschef Přemysl Sobotka die für eine Kandidatur notwendige Unterstützung aus den Reihen ihrer Parteien erhalten. Von den über 25 Kandidaten haben bisher nur fünf die Unterschriftensammlung geschafft. Neben Zeman sind das Ex-Premier Jan Fischer, die ehemalige Europa-Abgeordnete und Vorsitzende der Partei Suverenita Jana Bobošíková, das gegenwärtige Mitglied des Europaparlaments Zuzana Roithová und der ehemalige Wirtschaftsminister Vladimír Dlouhý.

Ein umgekippter Lastzug mit flüssigem Stickstoff hat am Sonntagvormittag auf Tschechiens wichtigster Verkehrsader, der Autobahn D1, zu einem Massenunfall geführt. Auf regennasser Straße haben vermutlich mehrere Fahrzeuge dem quer stehenden Lastzug nicht mehr ausweichen können, so dass bei Kilometer 43 von Prag in Richtung Brno / Brünn mindestens zwei weitere Lkw, ein Bus und vier Pkw in die Unglücksstelle gerast sind. Ein Mann wurde in ernsthaftem Zustand mit mehreren Knochenbrüchen in ein Krankenhaus eingeliefert. Er musste künstlich beatmet werden, sagte eine Sprecherin des regionalen Rettungsdienstes. Ihrer Auskunft zufolge sei zudem eine Frau mit leichteren Verletzungen ärztlich behandelt worden, weitere Verletzte habe es nicht gegeben.

Über die Unfallursache war bislang nichts bekannt. Vermutlich aber war es entweder eine den Witterungsbedingungen unangemessene Geschwindigkeit oder ein technischer Mangel wie abgefahrene Reifen, der den Lkw ins Schleudern brachte. Der Tank mit dem Stickstoff wurde nicht beschädigt, aus der Sattelzugmaschine ist allerdings Diesel entwichen. Wegen der umfangreichen Notdienst- und Aufräumungsarbeiten bildete sich in beiden Fahrtrichtungen zunächst ein kilometerlanger Stau. In Richtung Prag konnten aber recht schnell zwei Fahrspuren wieder befahrbar gemacht werden, in Richtung Brünn dagegen passierte der Verkehr nur auf einer Fahrspur recht zähfließend die Unfallstelle. Die Polizei wies deshalb eine beiderseitige Umgehung des Unfallortes an.

Im Eishockey-Spitzenspiel der Kontinental Hockey League (KHL) unterlag der tschechische Club Lev Prag am Samstagabend vor eigenem Publikum dem russischen Team von SKA St. Petersburg mit 3:4. Vor knapp 13.000 Zuschauern gingen die Gäste im ersten Drittel nach zwei Abwehrschnitzern der Prager mit 2:0 in Führung, mussten aber zu Mitte des zweiten Drittels den Ausgleich nach Treffern von Marcel Hossa (27.) und Ondřej Němec (28.) hinnehmen. Die erneute Führung des SKA durch Fjodorow (33.) wurde abermals ausgeglichen – Jakub Klepiš traf in der 53. Minute zum 3:3. Dennoch schafften es die Gäste, die Partie noch in der regulären Spielzeit für sich zu entscheiden: Vladimir Tarasenko erzielte zwei Minuten vor Spielende das Siegtor zum 3:4. In der Bobrow-Division der Western Conference bleibt der HC Lev Prag trotz der Niederlage auf dem 2. Platz, das Team aus St. Petersburg konnte jedoch bis auf einen Punkt zu den Pragern aufschließen. Am Dienstag empfängt Lev Prag den russischen Meister und aktuellen Spitzenreiter der Bobrow-Division, Dynamo Moskau.

Aufgrund des Lookouts in der NHL gilt die KHL zurzeit als stärkste Eishockey-Liga der Welt. Der neu gegründete HC Lev Prag ist als Debütant in die laufende Saison der KHL gestartet. Dank der früheren Marketing-Politik der NHL, Saison-Eröffnungsspiele in Europa auszutragen, ist die Prager O2-Arena nun seit Samstag die erste und einzige Spielstätte der Welt, in der man bisher Spiele der NHL und der KHL sehen konnte. Zudem trägt der HC Slavia Prag seine Heimspiele in der tschechischen Extraliga hier aus. Die über 17.000 Besucher fassende O2-Arena wurde im Frühjahr 2004 mit der Eishockey-Weltmeisterschaft eingeweiht.