Tücken der Volksetymologie

28-02-2020

In einer der letzten Folgen haben wir die sogenannte Volksetymologie erwähnt. Hier nun einige Beispiele dafür.

Etymologie - původ slova (Illustrationsfoto: Willi Heidelbach, Pixabay / CC0)Etymologie - původ slova (Illustrationsfoto: Willi Heidelbach, Pixabay / CC0)

Hölle - peklo (Foto: Willgard Krause, Pixabay / CC0)Hölle - peklo (Foto: Willgard Krause, Pixabay / CC0) Mit Etymologie – etymologie bezeichnet man die Wortherkunft – původ slova. Bei der Volksetymologie – lidová etymologie handelt es sich um eine falsche Form der Etymologie. Die Herkunft eines Wortes wird anhand einer formalen oder inhaltlichen Ähnlichkeit – podobnost mit einem Begriff gedeutet, mit dem das Wort eigentlich überhaupt nichts zu tun hat.

Die Hölle heißt auf Tschechisch peklo. Man kann das Verb braten – péci dahinter vermuten, das ist aber falsch. Peklo leitet sich nämlich von einem alten tschechischen Wort für das Pech ab. Der Zwerg heißt trpaslík. Er leidet aber nicht – trpět, wie man vielleicht denken würde. Sondern er geht auf die altslawische Bezeichnung für jemanden zurück, der nur drei Fäuste – tři pěsti hoch war.

Manchmal entstehen aus der Volksetymologie heraus ganz neue Wörter. Die Rosine – rozinka ist aus der deutschen Bezeichnung entstanden. Viele verbinden die Trockenfrucht aber mit dem hrozen, also der Traube, und nennen sie falsch hrozinka. Diese hrozinka hat sich übrigens mittlerweile so sehr eingebürgert, dass sie in die Hochsprache aufgenommen wurde. Einen häufigen Fehler gibt es beim Verb protežovat. Es leitet sich ab vom französischen protéger, also schützen, viele Tschechen vermuten allerdings das Adjektiv těžký dahinter. Sie sagen daher protěžovat. Aufgrund der Volksetymologie werden auch die Initialen – iniciály mit den Personalangaben – nacionále verwechselt. Und man sagt für rückdatieren fälschlicherweise antidatovat anstatt antedatovat. Auf Wiederhören! Na slyšenou!