Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

26-01-2019

30 Persönlichkeiten rufen zur Rettung Europas vor Populismus auf

Am Samstag haben 30 internationale Persönlichkeiten zur Rettung Europas aufgerufen. In einem Manifest warnten die Historiker und Schriftsteller aus 20 Ländern vor dem wachsenden Einfluss des Populismus und drückten ihre Befürchtungen vor den Auswirkungen des Brexits aus. Zu den Unterzeichnern des Dokuments gehören der französische Schriftsteller tschechischer Herkunft Milan Kundera und sein indisch-britischer Kollege Salman Rushdie.

Die Unterzeichner des Papiers verweisen in dem Manifest auch auf die Europawahl im Mai und teilen ihre Sorge mit, dass die EU danach brüchiger denn je sein könnte. Man müsse für die europäische Idee kämpfen, ansonsten würde man zusehen, wie sie unter der Welle des Populismus verschwindet, heißt es in dem Aufruf. Autor des Textes ist der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy, unterschrieben haben ferner die österreichische Dramatikerin Elfriede Jelinek, der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk, der britische Schriftsteller Ian McEwan oder der polnische Historiker Adam Michnik.

Offener Brief: Kohout hält Zeman falsche Berater und Beleidigung Andersdenkender vor

Der Schriftsteller Pavel Kohout hat einen offenen Brief an Präsident Miloš Zeman gesandt. Darin wirft er dem Staatsoberhaupt vor, keine guten Berater an seiner Seite zu haben, Andersdenkende unehrenhaft zu bekämpfen und die tschechische Gesellschaft zu spalten. Gleichzeitig erwähnt der 90-Jährige die persönlichen Bande, die beide Männer und ihre Familien früher miteinander hatten. Es gebe viele Taten und Eigenschaften, für die er Zeman schätze, und weswegen er ihm bei der Präsidentschaftswahl vor sechs Jahren auch seine Stimme gegeben habe, schrieb Kohout. Heute aber umgebe er sich mit „eigennützigen Beratern“ und beleidige Menschen, die eine andere Meinung haben als er, einschließlich anerkannter Staatsdiener oder Journalisten.

Im Fazit seines Schreibens bemerkt Kohout, dass er nicht verstehen könne, weshalb Zeman seinen hervorragenden Intellekt nicht mehr gebrauche und sich stattdessen selbst gefangen halte. Jetzt lasse er sich vielmehr von seinen ihm lobhudelnden „Höflingen“ zu Dingen anstiften, die er früher nicht gemacht hätte, so Kohout.

Schauspieler Luděk Munzar im Alter von 85 Jahren verstorben

Am Samstagmorgen ereilte die tschechische Öffentlichkeit eine traurige Nachricht: Der populäre Schauspieler Luděk Munzar ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Munzar war einer der bedeutendsten Film- und Bühnendarsteller seiner Zeit, er genießt hierzulande den Ruf einer Legende. Er gehörte über 30 Jahre zum Schauspielensemble des Prager Nationaltheaters. Auf der Bühne trat er oft gemeinsam mit seiner Frau Jana Hlaváčová auf.

Eine tiefe Spur hinterließ Munzar auch im Fernsehen und beim Synchronisieren großer Filme. Er synchronisierte unter anderen die Stimme des amerikanischen Schauspielers Paul Newman. Vor der Filmkamera zeigte er sich zuletzt seltener, er verkörperte aber große Rollen wie zum Beispiel den Komponisten Leoš Janáček. Zu Munzars Hobbys gehörten das Fliegen und das Fahren schneller Autos. Im Jahr 1989 wurde er Europameister mit einem Tatra-Oldtimer.

Tennis: Kvitová unterliegt Osaka im Finale der Australian Open

Tennisspielerin Petra Kvitová hat das Damen-Finale der Australian Open am Samstag in Melbourne verloren. Im einem dramatischen und zu Beginn auch hochklassigem Match unterlag die Tschechin der Japanerin Naomi Osaka in drei Sätzen mit 6:7, 7:5 und 4:6. Die Partie um die Krone des Grand-Slam-Turniers dauerte fast zweieinhalb Stunden. Durch den Sieg ist Osaka die neue Nummer eins der Welt und um 4,1 Millionen Australische Dollar (ca. 2,56 Millionen Euro) reicher.

Kvitova hingegen verpasste nach Wimbledon 2011 und 2014 ihren dritten Major-Erfolg. Nach einer schweren Verletzung, die ihr ein Einbrecher zugefügt hatte, ist sie allerdings spätestens durch die Australian Open wieder in der Weltspitze angelangt. Sie rückt auf Platz zwei des WTA-Rankings vor und erhält 2,05 Millionen Australische Dollar (ca. 1,29 Millionen Euro).

Eiskunstlauf: Březina Siebter und Březinová Zehnte bei EM in Minsk

Die tschechische Eiskunstläuferin Eliška Březinová wurde bei der Europameisterschaft in Minsk Zehnte im Wettbewerb der Damen. Nach dem Kurzprogramm lag die 22-Jährige auf dem 12. Rang, in der freien Kür verbesserte sie sich am Freitag aber noch um zwei Plätze. Březinová ist damit nach 24 Jahren die erste Tschechin, die wieder in den Top 10 landete. Zuletzt war dies Kateřina Beránková im Jahr 1995 gelungen. Mit der Benotung von 110,92 Punkten erzielte Březinová ihr bestes Saisonergebnis. Der Titel ging an die Russin Sofia Samodurowa.

Im Wettbewerb der Herren wurde der Tscheche Michal Březina am Samstag Siebter. Der 29-Jährige, der bei der EM 2013 Bronze gewann, vergab in der Kür allerdings wegen einiger Patzer eine noch bessere Platzierung. Nach seinem ebenso nicht fehlerfreien Kurzprogramm hatte er auf Rang Acht gelegen. Alter und neuer Europameister wurde der Spanier Javier Fernández, der seinen siebten Titel in Folge holte. Der zweite tschechische Eiskunstläufer Matyáš Bělohradský belegte den 19. Platz.

Skispringen: Tscheche Koudelka wird Vierter auf Großschanze in Sapporo

Skispringer Roman Koudelka belegte am Samstag beim Weltcup-Sprunglauf von der Großschanze in Sapporo einen sehr guten vierten Rang. Damit wiederholte er seine bisherige Top-Platzierung in dieser Saison, die er beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen erreichte. Zum Sprung auf das Siegerpodest fehlten dem tschechischen Wettkämpfer nur vier Punkte. Das Springen gewann der Österreicher Stefan Kraft, der damit seinen zweiten Sieg in Folge feierte.

Von den weiteren tschechischen Springern kam auch Viktor Polášek in den Finaldurchgang der 30 Besten. Er belegte den 28. Platz. Čestmír Kožíšek verpasste als Einunddreißigster den zweiten Durchgang um drei Punkte.

Das Wetter am Sonntag: wolkig mit Regen und Schnee, bis 6 Grad

Am Sonntag ist es in Tschechien überwiegend wolkig bis stark bewölkt. Vereinzelt schwacher Regen oder Schneeregen, der in Höhen über 600 Meter in Schneefall übergeht. Örtlich kann der Niederschlag auch sofort gefrieren. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 2 bis 6 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden die Höchstwerte maximal auf +1 Grad Celsius ansteigen. Es weht ein mäßiger Südwind, in Mähren und Mährisch-Schlesien kann es aber auch stürmischer werden mit Windspitzen von bis zu 15 Meter pro Sekunde.

26-01-2019