Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

16-01-2019

Premier Babiš: Tschechen in Großbritannien verunsichert

Premier Andrej Babiš hat die Ablehnung des Brexit-Abkommens mit der EU durch das britische Unterhaus bedauert. Europa müsse abwarten, man könne überhaupt nichts tun, beklagte der tschechische Regierungschef am Mittwoch am Rande einer Asien-Reise in Bangkok. Er erwarte von der britischen Regierung, dass sie bald einen Lösungsvorschlag unterbreite, so Babiš.

Laut dem Vorsitzenden der Partei Ano sind die in Großbritannien lebenden Tschechen verunsichert. Die Regierung geht davon aus, dass 50.000 bis 80.000 Tschechen in Großbritannien leben. Das Kabinett hat vor anderthalb Wochen ein Gesetz auf den Weg gebracht, das die Rechte der rund 6900 vorübergehend oder dauerhaft in Tschechien lebenden Briten im Falle eines ungeregelten Brexits schützen soll. Nach Medienberichten erhofft sich Prag davon wechselseitige Maßnahmen Londons. Großbritannien will sich am 29. März 2019 von der EU trennen.

Babiš eröffnet Besuch in Bangkok bei Thailands Außenminister

Premier Andrej Babiš (Partei Ano) hat seinen zweitägigen Besuch in Thailand am Mittwoch mit Gesprächen bei Außenminister Pravit Vongsuvan begonnen. Wie auf seiner gesamten Asienreise will er auch in Thailand für eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit werben. Seinen Worten nach erwägt Thailand, zwölf Maschinen des tschechischen Militär-Schulflugzeugs L-39NG zu kaufen. Die tschechische Waffenindustrie werde zudem über weitere Verträge verhandeln, so der Premier.

Auf seiner Asienreise wird Babiš unter anderem von Wirtschaftsministerin Marta Nováková (parteilos) begleitet. Nováková steht an der Spitze einer gut 40-köpfigen Gruppe von tschechischen Unternehmern, die die wirtschaftlichen Beziehungen zu den drei Ländern vertiefen wollen. Nach Singapur und Thailand wird Indien die dritte und letzte Station der einwöchigen Reise sein.

Armee-Übung der Visegrád-Staaten im Oktober in Tschechien

Die Armeen der vier Visegrád-Staaten wollen im Oktober in Tschechien eine großangelegte Übung abhalten. An dem „Czech Lion“ genannten Manöver sollen 800 Soldaten aus Tschechien, Polen, Ungarn und der Slowakei teilnehmen. Dies teilte der Generalstab der tschechischen Armee mit.

Ziel des Manövers ist demnach, gemeinsame Einsätze zu üben. Die Armeen der Visegrád-Staaten gehören alle auch der Nato an.

Tschechien gedenkt Palachs Selbstverbrennung vor 50 Jahren

In ganz Tschechien wird am Mittwoch an Jan Palach erinnert, der sich am 16. Januar 1969 auf dem Prager Wenzelsplatz selbst verbrannt hat. Damit wollte der damalige Student gegen die Besetzung der Tschechoslowakei durch die Sowjets protestieren und seine Mitmenschen aufrütteln. Im Innenhof der Prager Karlsuniversität wurde am Mittwoch eine Gedenktafel zu Palach enthüllt. An das Ereignis vor 50 Jahren erinnern zudem zahlreiche Ausstellungen und Diskussionsrunden. Am Dienstagabend fand zu Ehren Palachs bereits eine Gedenkmesse in der Prager Salvator-Kirche statt.

Die Gedenktafel in Karlsuniversität befindet sich dort, wo damals der Sarg vor Palachs Beerdigung aufgebahrt war. Außerdem wurde eine Freiluftausstellung zu Palachs Vermächtnis auf dem Wenzelsplatz eröffnet. Die Ausstellung ist bis 30. Januar zu sehen.

Theater in Verona verhindert Palach-Gedenken italienischer Neofaschisten

Nach Protesten unter anderem aus Tschechien will eine Theaterbühne im norditalienischen Verona ihre Räume doch nicht für eine Jan-Palach-Gedenkveranstaltung von Neofaschisten zur Verfügung stellen. Die Regional- und Kommunalbehörden wollen das geplante Konzert rechtsextremer Bands allerdings weiter unterstützen. Die Veranstaltung soll zu Palachs 50. Todestag am 19. Januar stattfinden. Dies berichtete die Presseagentur ČTK.

Über 1100 Menschen haben eine Online-Unterschriftensammlung unterschrieben, mit der sich Studierende der Prager Karls-Universität gegen den Missbrauch des Namens von Jan Palach durch die italienischen Neofaschisten wenden. Palach hatte selbst an der Karls-Universität studiert. Im Januar 1969 zündete er sich am oberen Ende des Prager Wenzelsplatzes selbst an, um gegen die Besetzung der Tschechoslowakei durch die Sowjets zu protestieren.

Jeder vierte Händler auf tschechischen Weihnachtsmärkten verstößt gegen Vorschriften

Bei Kontrollen auf den tschechischen Weihnachtsmärkten wurden in einem Viertel der Fälle Verstöße geahndet. Dies gab die Handelsinspektion am Mittwoch bekannt. Am häufigsten hätten die Händler nicht auf Reklamationsmöglichkeiten hingewiesen oder nicht die erforderlichen Kaufdokumente ausgestellt, hieß es. Zudem sei Alkohol an Minderjährige ausgeschenkt worden, und die Inspektoren hätten gefährliche Silvesterböller beschlagnahmt.

Die Handelsinspektion hat zu Ende vergangenen Jahres insgesamt 444 Kontrollen auf tschechischen Weihnachtsmärkten durchgeführt. In 116 Fällen wurden Verstöße gegen die Vorschriften festgestellt.

Eishockey: Pilsen verpasst Einzug ins Finale der CHL

Der Eishockeyklub Škoda Pilsen hat das Finale der Champions Hockey League (CHL) verpasst. Im Rückspiel des Halbfinals unterlagen die Bierstädter am Dienstagabend vor heimischer Kulisse dem zweimaligen Cupgewinner Frölunda Göteborg mit 1:3. Der schwedische Verein hatte auch das Hinspiel vor einer Woche in Göteborg gewonnen, und zwar mit 6:3. Im Finale treffen die Westschweden auf den Sieger des Duells der Red-Bull-Mannschaften aus Salzburg und München.

Plzeň / Pilsen ist nach Sparta Prag, Oceláři Třinec und Bílí Tygří Liberec das vierte tschechische Team, das in der CHL bis ins Halbfinale vordringen konnte. Vor zwei Jahren schafften die Prager sogar den Sprung ins Endspiel, unterlagen dort jedoch Frölunda Göteborg mit 3:4 nach Verlängerung.

Das Wetter am Donnerstag, 17. Januar

Am Donnerstag ist es in Tschechien unterschiedlich bewölkt. In Mähren und Schlesien ist es heiter bis wolkig, in Böhmen stark bewölkt mit örtlich Regen. In Höhenlagen ab 800 Meter Schneeregen oder Schneefall. Zum Abend hin sinkt die Schneefallgrenze auf 400 Meter. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 4 bis 8 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter maximal Werte um den Gefrierpunkt.

16-01-2019