Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

07-01-2019

Zemans Präsidialkanzleichef versucht Richter zu beeinflussen

Der Leiter von Zemans Präsidialkanzlei Vratislav Mynář (SPO) hat wiederholt versucht, die Entscheidungen der Richter zu beeinflussen. Darüber berichtet das Wochenmagazin Respekt in seiner neuesten Ausgabe. Dem Magazin zufolge kontaktierte Mynář die Richter des Verfassungsgerichts, des Obersten Verwaltungsgerichts und des Stadtgerichts in Prag, um Informationen über wichtige Fälle zu erfahren und er sagte den Richtern, was für ein Resultat sich Staatspräsident Miloš Zeman wünschen würde.

Die ehemaligen Leiter der Präsidialkanzlei halten das Verhalten von Mynář, der einige Jahre lang ohne Sicherheitsfreigabe seinen Posten bekleidet, für präzedenzlos. Er könne sich nicht vorstellen, dass er so etwas gemacht hätte, sagte beispielsweise Luboš Dobrovský, der Präsidialkanzleichef unter Václav Havel war. Es sei unglaublich und sehe so aus, dass Druck auf die Richter ausgeübt worden sei, erklärte Dobrovský.

Außenminister Petříček will für Posten des Vizechefs der Sozialdemokraten kandidieren

Außenminister Tomáš Petříček (Sozialdemokraten) will beim Parteitag der Sozialdemokraten im März für den Posten des Vizevorsitzenden der Partei kandidieren. Dies teilte der Außenminister gegenüber der Tageszeitung Mladá fronta Dnes mit. Um die Nominierung für den Posten will der Außenminister bei der bevorstehenden Konferenz der Prager Sozialdemokraten ersuchen. Wenn das Interesse bestehen werde, werde er gerne dazu beitragen, dass die Partei beispielsweise in der Außenpolitik klarer verankert werde, sagte der Außenminister.

Tomáš Petříček ist im Oktober des vergangenen Jahres zum Außenminister ernannt worden, nachdem die Sozialdemokraten unter Präsident Zemans Druck auf die Nominierung des Europaabgeordneten Miroslav Poche verzichtet hatten, den Zeman ablehnte. Petříček wird von Zeman und von den Kommunisten kritisiert.

Zahl der Firmeninsolvenzen sinkt auf Rekordtief

Die Zahl der Firmeninsolvenzen ist in Tschechien im vergangenen Jahr auf ein Elfjahrestief gesunken. Insgesamt mussten nur 649 Handelsunternehmen sich als zahlungsunfähig melden. Gegenüber 2017 war es ein Rückgang um 120 Fälle und 16 Prozent. Dies geht aus einer Studie des Czech Credit Bureau hervor.

Auch die Zahl der Insolvenzen von freiberuflich Tätigen sank 2018. Sie lag bei 5418 und damit auf einem Sechsjahrestief. Im 2018 gab es zudem deutlich weniger Privatinsolvenzen. Insgesamt mussten 13.103 Menschen hierzulande Zahlungsunfähigkeit anmelden, im Vorjahreszeitraum waren es 476 mehr.

Der Rückgang der Bankrotte gehe auf die positive makroökologische Lage zurück, wie Věra Kameníčková von dem Czech Credit Bureau anführte.

Rekordzahl von Verbrauchern wechselt Stromanbieter

Eine Rekordzahl von Verbrauchern hat in Tschechien im vergangenen Jahr den Stromanbieter gewechselt. Die Zahl der Wechsel stieg gegenüber dem Vorjahr 2017 um fast 60 Prozent auf 570.511. Zudem erhöhte sich die Zahl der Lieferantenwechsel bei Gas um 15,8 Prozent.

Analysten zufolge ist der angekündigte deutliche Anstieg der Großhandelspreise für Energien der wichtigste Grund für dieses Verhalten der Kunden. Dieser soll sich auch in den Preisen für die Verbraucher widerspiegeln.

Vogelzählung: Kohlmeise in Führung

Eine landesweite Vogelzählung wurde am vergangenen Wochenende in Tschechien organisiert. Über 10.000 Freiwillige nahmen an der Aktion teil. Den vorläufigen Ergebnissen zufolge wurden die Kohlmeise, der Feldsperling und der Haussperling am häufigsten gezählt, wie die Tschechische ornithologische Gesellschaft mitteilte.

Die Vogelzählung entspricht der Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“, die am vergangenen Wochenende in Deutschland stattfand. Eine Stunde lang werden die Vögel am Futterhäuschen oder an einer anderen Stelle gezählt und der ornithologischen Gesellschaft gemeldet. Die Fachleute erfahren dadurch, für welche Wintervogelarten künftig ein besonderer Schutz nötig ist.

Fußball: Torwart Vaclík führt in Umfrage „Goldener Ball“

Der Torwart Tomáš Vaclík, der beim FC Sevilla unter Vertrag ist, könnte zum ersten Mal den „Goldenen Ball“ für den besten tschechischen Fußballspieler gewinnen. Nach dem Herbstteil der Journalistenumfrage für die Saison 2018/19 hat der Torhüter vom FC Sevilla die meisten Stimmen bekommen. Auf Rang zwei liegt Pavel Kadeřábek (TSG 1899 Hoffenheim), dritter ist der Kapitän der tschechischen Nationalmannschaft Bořek Dočkal (Philadelphia Union, Leihe von Henan Jianye). Unter den besten elf Spielern sind neben Kadeřábek auch zweite weitere Bundesligaspieler: auf Rang sechs der Torwart Jiří Pavlenka und auf Rang zehn der Abwehrspieler Theodor Gebre Selassie, die beide beim Werder Bremen unter Vertrag sind.

Der 29-jährige Vaclík sagte, die Führung in der Umfrage bedeute für ihn sehr viel. Er habe in den letzten Jahren zu den besten elf Spielern schon gehört, aber vom Sieg sei er entfernt gewesen, so der Torhüter.

Das Wetter am Dienstag, 8. Januar

Am Dienstag ist es in Tschechien bedeckt mit Schneefall, in Lagen unter 600 Meter mit Regen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 1 bis 5 Grad Celsius, im Osten des Landes bei -1 bis +2 Grad. In Lagen um 1000 Meter wird -1 Grad erreicht, in den Beskiden -3 Grad. Die Meteorologen warnen vor einem starken Wind.

07-01-2019