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ERINNERUNG AN DEN 30. JAHRESTAG DER BESTATTUNG VON JAN PALACH
Ein stiller Umzug durch Prag hat am Montag an den 30. Jahrestag der
Bestattung von Jan Palach erinnert. Mehr dazu von Markéta Maurová.
Am 16. Januar 1969 hat der Student der Philosophischen Fakultät der
Karlsuniversität, Jan Palach, sein Leben geopfert, um gegen die
Okkupation der damaligen Tschechoslowakei durch die Warschauer-
Pakt-Truppen zu protestieren. Am 25. Januar fand dann sein
Begräbnis statt, das zur nationalen Manifestation für Freiheit und
Demokratie wurde. Am 25. Januar dieses Jahres haben Studenten und
Pädagogen der Philosophischen Fakultät einen Pietätsakt
veranstaltet, um an die Bestattung vor 30 Jahren zu erinnern und
Jan Palachs zu gedenken.
Der Umzug bewegte sich vom Gebäude der
Philosophischen Fakultät am Jan-Palach-Platz zum kleinen Palach-
Denkmal am Wenzels-Platz, wo der Pietätsakt mit dem spontanen
Singen der tschechischen Nationalhymne und Kerzenanzündungen
endete. Wir haben einige Teilnehmer des Umzugs nach ihren Gefühlen
gefragt. Was bedeutet die Tat von Jan Palach für den heutigen
Studenten der Philosophischen Fakultät, Adam Gebert?
"Sie bedeutet für mich eine ganze Reihe von Sachen, aber das
Wichtigste ist, dass man sich bewusst wird, dass menschliches Leben
einen Wert darstellt. Man muss auf seinem Lebensweg daran denken,
dass es nicht ein Wert an und für sich ist, sondern ein Wert, durch
den der Mensch Opfer bringt. Diese Opfer sind nicht Selbstzweck,
sondern Opfer für andere Menschen. Wenn die Zeit damals in ein
Stadium kam, wo vom Menschen ein so grosses persönliches Opfer
gefordert war, wie Jan Palach brachte, dann fordert die heutige
Zeit ein anderes Opfer, annonymeres, eher ein Opfer des
alltäglichen Lebens."
Soweit der Student Adam Gebert. Und warum hat die Juristin Hana
Cízková am Pietätsakt teilgenommen?
"Weil ich glaube, dass wir nicht so viele grosse Menschen haben,
solche Helden. Und so glaube ich, dass er eine grössere
Aufmerksamkeit verdient. Wenn einen solchen Jan Palach etwa die
Amerikaner hätten, wüden sie ihn weit höher hervorheben. Ich meine
nicht als einen Götzen, sondern als ein Symbol, als eine
Weltanschauung und eine Lebenshaltung." Zitatende
Über seine persönliche Erinnerung an Jan Palach sowie seine Gefühle
nach dessen Tod hat Geschichtsprofessor von der Philosophischen
Fakultät der Karlsuniversität, Eduard Maur gesprochen. Wie er
erzählte, habe er Jan Palach in seinem Proseminar unterrichtet und
sich mit ihm zwei Tage vor dessen Selbstverbrennung unterhalten:
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War die Tat von Jan Palach berechtigt oder hätte es auch andere
Mittel gegeben, wie den Protest auszudrücken?
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Soweit Professor Eduard Maur von der Philosophischen Fakultät der
Karlsuniversität in Prag.
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