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Jan Palach

Gedenkakte für Jan Palach

Der erste der vielen noch zu erwartenden Gedenkakte für Jan Palach fand am Vormittag vor dem Gebäude der Philosphischen Fakultät der Karlsuniversität statt. Franz-Josef Balkhausen berichtet.
Vor der bronzenen Totenmaske Jan Palachs legten Studenten und die Leitung der Hochschule einen Kranz nieder. Gleich daneben hatte wohl ein Unbekannter zuvor schon eine weisse Osterglocke gelegt. Ähnlich verloren wie diese müssen sich wohl auch die Akteure dieses Gedenkaktes gefühlt haben. Denn ausser einer Handvoll Presse- und Fernsehleuten war die Beteilugung seitens der Studenten oder der Bevölkerung gleich Null.

Einzige Ausnahme: der ehemalige politische Gefangene Bohuslav Hubalek, nach der Wende Mitglied des Föderalen Parlaments der CSFR. Den 30. Todestag Jan Palachs kommentierte Hubalek gegenüber Radio Prag wie folgt:

"Jan Palach hätte sich nicht opfern müssen, wenn wir alle das machen würden, was uns unsere Pflicht ist und uns unser Gewissen gebietet, d.h. also Verantwortung gegenüber sich selbst und dem Nächsten. Seine Tat, seine Selbstaufopferung, waren lediglich der Schrei an das Gewissen jener, die glauben, dass das Leben nur eine Leihgabe ist. "

Was bedeutet für Sie der Name Jan Palach? Das fragten wir stellvertretend für ihre Generation zwei junge Menschen, die sich in der Politik engagieren: die Abgeordneten Petr Necas und Michal Lobkowicz:

"Also für uns war das immer von Kindheit an ein Name, der so eine Art Gänsehaut verursachte, etwas, was ich als das absolute Opfer bezeichnen würde, über das jeder hier im Lande wusste und wenn ich das in seiner Konsequenz, in der Entwicklung Ende der 80er Jahre sehe, wieviele Aktionen und Bürgerinitiativen es im Namen Palachs gegen das kommunistische Regime gab, wie z.B. die sog. Palach- Woche, was ja unausweichlich zu den Ereignissen von 89 führte, dann war das Opfer Palachs aus aus der Sicht von 20 Jahren später nicht umsonst und brachte seine Früchte in Form von Freiheit und Demokratie in dieses Land."

"Es ist ein ganz wichtiges Datum, und ich erinnere mich gut an den Januar 89, als zu denen gehörte, die auf dem Wenzelsplatz gejagdt und geschlagen wurden. Es ist gut, dass sich so etwas in Mitteleuropa nicht mehr passieren kann und der Kommunismus zu Ende ist und Demokratie herrscht. Zweifellos hat dazu auch der tragische Tod von Jan Palach beigetragen."

Soweit einige Stimmen zum 30. Todestag von Jan Palach.


Jan Palach - Gedenken

Anlässlich des Todestag des Studenten Jan Palach vor 30 Jahren finden in Prag in den nächsten Tagen verschiedene Gedenkveranstaltung statt. Wir bringen Ihnen hier eine Auswahl der Kundgebungen:

Am Freitag, dem 15. Januar kommt es zu einer Kranzniederlegung vor der Totenmaske Jan Palachs am Gebäude er Philosophischen Fakultät.

Auch vor die Statue des Hl. Vaclav auf dem Wenzelsplatz wird ein Blumengebinde gelegt, diesmal vom Rektor der Karlsuniversität Karel Maly.

Am Montag, dem 18. Januar treffen sich Studenten und Professoren in der Philosophischen Fakultät zur Ueberreichung des Jan Palach -Preises, der in diesem Jahr für die Magisterarbeit der Romanistikstudentin Jana Gruberová übergeben wird.

Am Montag, dem 25. Januar findet dann zum Abschluss der Veranstaltungen ein Studentumzug von der Philosophischen Fakultät zur Statue des Hl.Vaclav am Wenzelplatz statt.

Ueber die jeweiligen Gedenkmanifestationen werden wir Sie jeweils detaillierter in den Nachrichten bzw.im Beitragblock der nächsten Tage informieren. 


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