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Jan Palach - Gedenken

Das Jahr 1969

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Interview mit dem sieben jahre älteren bruder von Jan Palach - Jiri

ERINNERUNG AN DEN 30. JAHRESTAG DER BESTATTUNG VON JAN PALACH



PHOTO - GALERIE /Die Palach - Woche 1989






Jan Palach

34. Todestag von Jan Palach

Vor 34 Jahren, am 16. Januar 1969 entflammte auf dem Wenzelsplatz in Prag ein Feuer. Der 20jährige Student Jan Palach hatte sich mit Benzin übergossen und daraufhin selbst angezündet, um öffentlich gegen die Okkupation der damaligen Tschechoslowakei durch die Warschauer Paktstaaten im August 1968 zu protestieren.

Drei Tage kämpfte Jan Palach mit den Folgen der Verbrennungen in einer Prager Klinik. Er rang um sein Leben. Trotz seines kritischen Gesundheitszustands und der starken Schmerzen erklärte er der Umgebung die Motive seiner Tat und interessierte sich auch für die Reaktion seitens der Öffentlichkeit. "In der Geschichte gibt es Momente, wo es notwendig ist, etwas zu tun. Nun ist die Zeit dafür gekommen. In einem halben Jahr, in einem Jahr wird es schon für immer zu spät sein," sagte der junge Mann, der sich bei seiner Tat zwar des Todesrisikos bewusst war, aber trotzdem nicht sterben wollte.

Jan Palach wurde am 11. August 1948 geboren. Er wuchs im kleinen mittelböhmischen Städchen Vsetaty bei Melnik auf. Nach dem Abitur am Gymnasium in Melnik begann er an der ökonomischen Hochschule zu studieren, im zweiten Studienjahr wechselte er jedoch zur Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität, wo er sich für die Fächer Geschichte und politische Ökonomie einschrieb. Sein Interesse für das aktuelle Geschehen belegt u.a. Palachs Seminararbeit vom Herbst 1968, in der er einen Weg suchte, wie die wirkliche Freiheit des Einzelnen und die Gleichheit zwischen Nationen erreicht werden kann.

Im November 1968 nahm Jan Palach an einem Studentenstreik teil, der auf die Versammlung des Zentralkommitees der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei reagierte. Dem Studentenprotest gegen die Massnahmen des Zentralkommitees, die die August-Okkupation durch die Truppen des Warschauer Paktes legalisiert hatten, war jedoch kein Erfolg beschieden. Jan Palach entschloss sich daher einige Wochen später für einen radikaleren Schritt.

Das Begräbnis des Studenten Jan Palach am 25. Januar verwandelte sich in eine Massendemonstration für Freiheit und Demokratie. Sein Grabmal am Olsany-Friedhof in Prag wurde zum Symbol des Widerstands gegen das kommunistische Regime. Viele Leute besuchten dieses Grab, obwohl sie dabei von der Geheimpolizei bespitzelt wurden. Im Oktober 1973 wurden Palachs sterbliche Überreste nach Vsetaty verlegt. Auch danach galt die Grabstätte auf dem Olsany-Friedhof als Treffpunkt von Regimegegnern, die sich hier - aber auch in Vsetaty und an der St.-Wenzels-Statue auf dem Prager Wenzelsplatz - alljährlich zum Todestag Jan Palachs versammelten.

Im Januar 1989 riefen fünf unabhängige Initiativen zu einer Demonstration zum 20. Todestag Jan Palachs auf dem Prager Wenzelsplatz auf. Bei der Kranzniederlegung am St.-Wenzels-Denkmal wurden 14 Repräsentanten der Opposition abgefangen. Die Demonstration bedeutete den Beginn der sog. Palach-Woche, während der an jedem Nachmittag - vom Montag dem 16. bis Donnerstag dem 19. Januar - Tausende Bürger gegen das kommunistische Regime protestierten. Die Polizei jagte die Demonstranten mit Hilfe von Wasserwerfern auseinander, 1400 Personen wurden gefangengenommen. Der Name Jan Palach erklang auf den Strassen auch am 28. Oktober 1989 während der Kundgebung zum 71. Gründungsjubiläum der Tschechoslowakei und während der "samtenen Revolution" im November desselben Jahres.

1990 wurden die sterblichen Überreste von Jan Palach unter Teilnahme von Präsident Václav Havel feierlich an ihre ursprüngliche Stelle, auf den Friedhof in Prag-Olsany umgebetet. Ein Jahr später erhielt Jan Palach in memoriam die höchste tschechoslowakische Staatsauszeichnung - den T. G. Masaryk-Orden.


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