KULTURSPIEGEL
Oktober 5, 1997
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MUSIK
Musik - Musik - Musik - die soll uns durch diese sonntägliche Kultursendung begleiten, die ja - wie immer - eine anstrengende Arbeitswoche beendet und eine neue einläutet. Wir haben für Sie - liebe Hörerinnen und Hörer - ein kleines Informationspaket aus dem Musikgeschehen dieses gerade begonnenen Kulturherbstes zusammengestellt. Ausserdem hat unser freier Mitarbeiter, Herr Eschka aus Berlin, ein Gespräch mit dem Dirigenten Vladimir Ashkenazy geführt, der vielen von Ihnen schon als Dirigent des Berliner Sinfonieorchesters bekannt sein dürfte und der den Posten des Chefdirigenten der Tschechischen Philharmonie übernehmen wird.
Und weil ich es noch nicht getan habe, hole ich es schnell nach. Am Mikrophon begrüsst Sie herzlich Andrea Kopelentová. Nun aber "Ton frei" für die Scheheresade von Nikolaj Rimski-Korsakow.Mit diesem Werk sowie der Sinfonie aus der neuen Welt von Antonin Dvorák hat die Tschechische Philharmonie am 25. September nämlich ihre 102. Saison im Prager Konzerthaus Rudolfinum eingeleitet. .
Wie der Chefdramaturge der Tschechischen Philharmonie, Josef Smolka, zu Beginn der neuen Saison meinte, werde man an der Schwelle zum 21. Jahrhundert endlich die Komponistengeneration des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts vorstellen. Bisher habe die romantische Musik die Dominante der Programme der Sinfonischen Orchester dargestellt. Konkret bedeutet das für diese Konzertsaison die Aufführung der Werke von Gustav Mahler, Sergej Rachmaninow, Alexander Skrjabin, Maurice Ravel, Albert Roussel, Richard Strauss, Bela Bartok, Bohuslav Martinµ und vielen mehr. Gäste wie der französische Dirigent Derge Baudo oder der Pole Krzysztof Penderecky werden erwartet. Baudo feiert sogar seinen 70.Geburtstag mit der Tschechischen Philharmonie in Prag und dirigiert sich sein eigenes Ständchen - das Berlioz-Oratorium von der Kindheit Jesus. Natürlich werden auch Klassiker wie Beethoven, Dvorak, Suk und Janacek, Brahms und Liszt nicht fehlen.
Der Chefdramaturg eines grossen Orchester kann ja viele Ideen und Vorstellung von dem Verlauf einer Saison haben. Wichtig ist natürlich auch die künstlerische Umsetzung - die Zusammenarbeit von Dirigent und Musikern also. Hören wir also einmal in das Gespräch hinein, dass unser Mitarbeiter, Herr Eschka, mit dem berühmten Pianisten und nun auch Dirigenten Vladimir Ashkanasy geführt hat.
Soviel also zu dem Programm der Tschechischen Philharmonie, die ihre Saison am 25. September im Prager Stammhaus Rudolfinum begonnen hat. Nun gibt es aber durchaus weitere erwähnenswerte Musikereignisse, auf die ich jetzt zu sprechen kommen möchte.
Fast zeitgleich mit dem Saisonbeginn der Tschechischen Philharmonie hat in der mährischen Metropole Brno - Brünn das 32. internationale Musikfestival Mährischer Herbst begonnen, dass noch bis zum 11. Oktober läuft. Dieses Festival hat sein Hauptaugenmerk auf die russische Klassik des 19. Jahrhunderts gerichtet. Es verwundert daher nicht, dass die Gastmusiker auch von daher kommen. Das Moskauer Glinkov-Klaviertrio, das 1968 am Moskauer Konservatorium gegründet wurde, und in seiner jetztigen Besetzung mit dem Pianisten Alexander Bondurjanski, dem Geiger Vladimir Voronow und dem Chellospieler Michail Utkin seit 1976 besteht, bildete mit einer Aufführung des Klaviertrios Nr. 3 B- dur und des Klaviertrios D-dur von Tanjejew den gelungenen Auftakt des Mährischen Herbstes.
Viel bekannter als der Mährische Musikherbst ist ein Musikfestival fast gleichen Namens in der Hauptstadt Prag, das von vielen als ein Konkurrenzunternehmen des Prager Frühlings verstanden wird. Der Prager Herbst - dieses Jahr zum siebten Mal. Der Prager Herbst - wenn er meterologisch erst begonnen hat - ist zumindest musikalisch bereits am 21. September mit einem Konzert der Brünner Staatsfilharmonie zu Ende gegangen. Die grösste Attraktion des zweiwöchigen Festivals war der erste Gastaufenthalt der berühmten Israelischen Philharmonie unter Dirigent Zubin Metha, der für den gemeinsamen Auftritt mit dem Prager Filharmonischen Chor die Partituren der Mahler Sinfonie "Auferstehung" mitgebracht hatte und diese sowohl im Prager Rudolfinum als in einem Konzert im Veitsdom auf der Prager Burg aufführte. Das letztere ist übringes vom Tschechischen Fernsehen direkt übertragen worden. So - liebe Freunde - damit endet unser Kulturprogramm. Es gäbe noch so viele Musikveranstaltungen zu erwähnen, denn die Saison hat ja erst begonnen. Vielleicht ein nächstes Mal mehr.
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