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November 15
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November 8
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November 1
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WOCHE DER ROMA-KULTUR IM TSCHECHISCHEN RUNDFUNK
In den letzten Monaten kann man in der Tschechischen Republik ein
zunehmendes Interesse für die Roma-Kultur verzeichnen. Nennen wir
nur einige der einschlägigen Veranstaltungen: das Brünner Museum
für Roma-Kultur veranstaltete eine Wanderausstellung der Werke
nichtprofessioneller Roma-Künstler; in Prag fand im September das
Festival der Roma-Musik Respekt 98 statt; die Roma-Thematik wird
auch in vielen Zeitschriften häufiger als früher behandelt. Mit
einem Projekt, das die Roma-Kultur einem breiteren Publikum
näherbringt, kommt nun auch der Tschechische Rundfunk. Seine
Station Vltava hat für die nachfolgenden Tage die sog. "Woche der
Roma-Kultur" vorbereitet, bei der die Roma-Literatur, -Musik und -
Gesellschaft vogestellt wird. Und ich möchte mich im heutigen
Kulturspiegel gerade diesem Projekt und der Roma-Thematik widmen.
Am Mikrophon begrüsst Sie und gute Unterhaltung wünscht Ihnen
Markéta Maurová.
Im Sender Vlatava, dem Kultursender des Tschechischen Rundfunks,
wird bereits seit zwei Jahren das Programmprojekt "Mitte des
Festlandes" gesendet, in dem man in zahlreichen Literatur- und
Musiksendungen auf die Geschichte unseres Landes, das Leben und die
Kultur verschiedener Nationen zurückblickt, die hier irgendwann
einmal lebten oder noch leben. Und nun sind die Roma an der Reihe.
Über die Kultur der Roma weiss man nur wenig. Am bekanntesten ist
wohl ihre Musik, vielleicht auch ihre Märchen, aber das ist dann
auch schon alles. Was hat also nun der Tschechische Rundfunk
vorbereitet? Davon erzählt uns die Dramturgin des Programms,
Jarmila Konrádová:
"Es wird die "Woche der Roma-Kultur" sein, die aber eigentlich
etwas länger als nur eine Woche dauern wird. Wir beginnen schon am
Freitag, mit einem dreistündigen Block, der der Publizistik und
Dokumentaristik gewidmet ist. Der Hauptakzent liegt aber auf den
literarischen Programmen, auf dem gegenwärtigen Schaffen der Roma
in Romanes, für uns natürlich in der tschechichen Übersetzung, für
die vor allem Frau Doktor Milena Hübschmannová verantwortlich
zeichnet, die Romistik an der Karlsuniversität in Prag lehrt."
Und worauf kann man sich konkret freuen?
"Wir werden in zehn Folgen aus der autobiographischen Prosa von
Elena Lacková lesen. Es handelt sich um die erste Roma-Frau, die
die an der Karlsuniversität studiert hat. Dann werden wir jeden Tag
etwa halbstündige Erzählungen aus dem Werk verschiedener Autoren
senden, fünfminütige und grössere Blöcke der Poesie. Dann Essays,
die überwiegend von tschechsichen Autoren stammen, die sich aber
mit der Geschichte der Roma, mit dem gegenwärtigen Blick auf die
Roma-Kultur, mit der Stellung der Roma bei uns befassen.
Ich glaube, dass es für viele Leute - und bei mir persönlich war es
so - eine grosse Überraschung sein wird, was es in der Roma-
Literatur eigentlich gibt. Denn wir wissen noch, dass irgenwelche
Märchen existieren, und das Übrige ist für uns unbekannt. Also ich
glaube, dass das Programm für unsere Hörer viel Neues bringen
kann."
Soviel Jarmila Konrádová zum literarischen Teil des Projekts. Die
Musik spielt jedoch natürlich auch eine grosse Rolle: eine Sendung
über die Entwicklung der Roma-Lieder sowie über die heute auch im
Ausland bekannte Sängerin Vera Bílá und ihre Kapelle Kale und
anderes mehr.
Bei der Vorbereitung der Roma-Woche half den Rundfunkredakteuren
eine wirkiche Roma-Expertin - Frau Dr. Milena Hübschmannová. Sie
lehrt Romistik an der Philospohischen Fakultät der Karlsuniversität
in Prag, verfasste ein Lehrbuch und eine Konversation in Romanes,
beteiligte sich an der Verfassung eines entsprechenden Wörterbuchs,
sie sammelt Werke der Roma-Volksdichtung und übersetzt, dolmetscht
und veröffentlicht Artikel in in- und ausländischen Zeitschriften.
Auch für den Tschechischen Rundfunk produzierte sie eine ganze
Reihe von Roma-spezifischen Sendungen. Ich nahm die "Roma-Woche"
zum Anlass für ein Gespräch mit Frau Dr. Milena Hübschmannová.
Das war die Roma-Spazialistin, Milena Hübschmannová. So, es hat
ganz en Anschein, dass es langsam in der Tat besser wird. Ein
Beweis dafür ist auch die "Woche der Roma-Kultur" im Tschechischen
Rundfunk, die gerade beginnt. Und das ist für heute auch schon
wieder alles. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und freue
mich auf ein Wiederhören. Vom Mikrophon verabschiedet sich Markéta
Maurová.
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