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Sprachkurs VIII. - ova
Bestimmt ist es Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, schon aufgefallen: das -ova am Nachnamen einer weiblichen Person im Tschechischen. Schneibergova, Mladkova, Maurova - so heissen meine tschechischen Kolleginnen. Und korrekt heisse ich hierzulande Bokova bzw. Bockova ausgesprochen.
Bei einem auf -ova endenden Wort handelt es sich ursprünglich um ein sogenanntes Possesiv-Adjektiv. Dieses bildet man Tschechischen durch die Anhängung eines -uv, -ova oder -ovo an ein maskulines Substantiv. Veranschaulichen wir uns dies an einem Beispiel: Karls Bruder wäre: karluv bratr, Karls Fahrrad wäre karlovo kolo und Karls Schwester karlova sestra. Dass heisst also, dass durch die -ova Endung am Nachnahmen einer weiblichen Person im Grunde genommen angegeben wird, wem sie gehört, sei es Vater oder Ehemann. Die Frau bzw. Tochter von Premier Zeman heisst also Zemanova, die von Präsident Havel jedoch nicht Havelova sondern Havlova mit Nachnamen.
Dabei machen die Tschechen auch keinen Halt vor ausländischen Namen. In den Zeitungen liest man über Steffi Grafova bzw. Martina Hingisova. Die ehemalige britische Premierministerin heisst hierzulande Margeret Thatcherova, die amerikanische Aussenministerin dementsprechend Madelaine Albrightova.
Natürlich wäre es viel zu einfach für das Tschechische, bekäme jede Frau einfach automatisch ein -ova an ihren Nachnamen. Heisst ihr Mann oder Vater beispielsweise Tichy, so heisst die Frau bzw. Tochter keinenfalls Tichova sondern Ticha. Der Name Tichy ist, wie alle Nachnamen auf -y ursprünglich ein Adjektiv und dessen weibliche Form bildet man durch ein -a. Und natürlich gibt es weitere Ausnahmen. Die Gattin des Komponisten Martinu ist zum Beispiel Frau Martinu.
Unlängst erschien in einer Zeitung ein Artikel, warum auch Nichttschechinnen weiterhin ein -ova an ihren Nachnamen bekommen sollten. Ein Argument war die tschechische Deklination, denn Steffi Grafova heisst nur im Nominativ so, im Akkusativ wird aus ihr beispielsweise eine Steffi Grafovou. Einleuchtend war das Argument, dass man ohne die bekannte ova-Endung bei ausländischen Namen sonst nicht erkennen könnte, ob es sich um Frauen oder Männer handelt. Und damit genug für heute. Na sheldanou.
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