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Sprachkurs XVII. - Vornamen
Täglich bombardieren wir Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, mit ihnen und nie erklären wir ihre Bedeutung: die Rede ist natürlich von den tschechischen Namen - sowohl Vor- als auch Nachnamen. Endlich wollen wir dieses Versäumnis nachholen und beginnen heute mit den Vornamen:
Josef, Jan, Petr, Lukas, Tomas, Pavel, Jakub: auch nach 40 Jahren Sozialismus gehören die klassischen biblischen Namen in ihrer tschechischen Variante zu den hierzulande beliebtesten männlichen Vornamen. Hinzukommen typisch tschechische Namen, die entweder auf -mir, -mil oder -slav enden: Verdeutlichen wir die Bedeutung dieser Endungen an einem Beispiel: Bohumil wäre im Deutschen Gottlieb, Bohumir wäre Gottfried und Bohuslav schliesslich Gottruhm. Ebenso liessen sich andere Vornamen übersetzten: Vlastimil als Heimatlieb, Vladimir könnte als "Regier die Welt" übersetzt werden, hinter Vitezslav versteckt sich ein Siegfried. Besonders schön klingen die Namen Kvetoslav - in etwa "Ruhm der Blume" oder der beliebte Vorname Jaroslav Frühlingsruhm.
Etwas veraltet klingen andere typisch tschechische Namen, wie Svatopluk oder Borivoj. Beliebt hingegen sich tschechische Versionen von Vornamen wie Ondrej-Andreas, Matej-Matthias, Vojtech-Adalbert, und die für deutsche Zungen schwer aussprechbare Rehor-Gregor bzw. Jiri Georg.
Nur selten sind diese Namen allerdings in dieser schriftsprachlichen Form zu hören, denn im Tschechischen sind Koseformen in Form von Verkleinerungen äusserst beliebt. So wird aus jedem Jan ein Honza oder Honzik, aus einem Josef ein Pepa oder Pepik, aus Miroslav ein Mirek, aus Tomas ein Tomik oder Tomasek, aus Jakub ein Kuba und die Präsidentengattin wird Vaclav Havel bestimmt nicht als Vaclav sondern mit Vasek anreden.
Viele weibliche Vornamen sind Ableitungen von männlichen, an die einfach ein -a angehängt wird, wie z.B. Vladimira, Bohumila, Jarmila. Beliebt sind die tschechischen Versionen von Vornamen wie z.B. Teresa, Katerina, Anna, Hana oder Barbora, Marketa. Hinzu kommen auch hier typisch tschechische Namen wie z.B. Ruzena - in etwas Rosa, Zlata- die Goldene, Kveta- in etwa als Flora übersetzbar oder Bozena-die Göttliche. Auch die offiziellen weiblichen Vornamen hört man im familiären Gebrauch selten. So wird aus Katerina Katka bzw Kata, aus Jarmila Jarka, aus Anna Anicka und aus Hana Hanka. Und das wäre es für heute auch schon.
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