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5 MAI, 1999

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Dienstbier: Am besten wäre es, die Bombardierung zu beenden

Der Kosovo-Krieg bleibt für tschechische Medien auch weiterhin Thema Nr. Eins. Zwei Vertreter internationaler Organisationen haben sich unabhängig voneinander dazu geäussert. Der UNO-Menschenrechtsbevollmächtigte für Ex- Jugoslawien, Jirí Dienstbier, forderte die Einstellung der Nato-Lufteinsätze gegen Jugoslawien. Und über die Tätigkeit des Internationalen Roten Kreuzes im Krisengebiet sprach sich in Prag dessen Präsident, Cornelius Summaruga, aus. Martina Schneibergová fasst zusammen:
Jirí Dienstbier liess verlauten, die Luftangriffe der Nato hätten zur Lösung der Balkan-Krise nicht beigetragen. Er stellte fest: "Ich bin persönlich der Meinung, dass es am besten wäre, die Bombardierung unverzüglich einzustellen. Denn dieser Krieg sollte für humanitäre Ideale geführt werden. Wenn man sieht, dass das Gegenteil der Fall ist - und dies muss man zugeben - dann muss nach einer anderen Strategie und Taktik gesucht werden."

Dies wird aber nach Meinung von Jiri Dienstbier nicht einfach sein. Wie die geeignete Lösung aussehen sollte, hat der UNO- Menschenrechtsbevollmächtigte jedoch nicht gesagt. Dienstbier äusserte sich ferner kritisch zu der Tatsache, dass die internationalen humanitären Organisationen den Kosovo und weitere serbische Regionen verliessen. Er konstatierte dies in der Zeit, als gerade der Präsident des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes, Cornelius Sammaruga, zu Besuch nach Prag kam. Dieser forderte die tschechischen Bürger zur maximalen Unterstützung der humanitären Initiativen auf dem Balkan auf. Sammarugas Besuch in Tschechien erfolgt anlässlich des 50. Jahrestags der Unterzeichnung der Genfer Konventionen sowie des bevorstehenden Internationalen Tages des Roten Kreuzes. Auf die Frage, wann dessen Mitarbeiter in den Kosovo zurückkehren werden, antwortete Cornelius Sammaruga: "Wir arbeiten fleissig in Mazedonien, Albanien, Montenegro und in Serbien. Es stimmt jedoch, dass wir in den Kosovo noch nicht zurückgekommen sind. Vorige Woche besuchte ich Belgrad und versuchte mit Präsident Milosevic die Bedingungen für unsere Rückkehr zu vereinbaren, um unsere Hilfe der ganzen Bevölkerung des Kosovo zu gewähren. Wir bestehen aber auch auf den Sicherheitsgarantien, denn die Sicherheit für unsere Mitarbeiter bedeutet auch Sicherheit für die dortigen Bewohner. Zur Zeit werden Einzelheiten des Übereinkommens diskutiert, das wir mit der jugoslawischen Regierung abschliessen wollen. Gleichzeitig verhandeln wir mit der Nato und sind auch mit der UCK in Kontakt. Es ist notwendig, dass alle Teilnehmer das Symbol des Roten Kreuzes respektieren."

Eröffnung der IDET Brno

Der tschechische Ministerpräsident Milos Zeman möchte der tschechischen Waffenindustrie wieder auf die Beine helfen. Diese Absicht bekundete er bei der Eröffnung der Wehrtechnikmesse IDET in Brünn. Mehr dazu im nachfolgenden Beitrag von Rudi Hermann.
Zu sozialistischen Zeiten gehörte die Tschechoslowakei zu den weltweit grössten Waffenschmieden und auch zu den bedeutendsten Exprteuren, wenn auch mit einer politisch einseitig eingefärbten Kundschaft. Mit der Wende hingegen verlor das Land diese Position, und das durchaus mit Absicht. Denn die neue, demokratische politische Repräsentation setzte das Waffengeschäft aus weltanschaulichen Gründen nicht auf einen prioritären Platz im Aussenhandel. Dies zeigte zuerst in der Slowakei Folgen, deren militärisch ausgerichteter Schwermaschinenbau zu leiden hatte - ein Phänomen, das einen bedeutsamen Anteil am Zerfall der Tschechoslowakei haben sollte. Auch in der Tschechischen Republik geriet die Rüstungsindustrie indes in eine Depression, und bisherige Anstrengungen des Staates, über koordinierte Bemühungen wieder einen Aufschwung herbeizuführen, blieben bisher ohne wesentlichen Erfolg.

Dies soll jetzt nach dem Willen von Ministerpräsident Milos Zeman anders werden. Anlässlich der Eröffnung der Brünner Wehrtechnikmesse Idet meinte Zeman, jedes Land, das frei und souverän sein wolle, brauche Waffen. Er kritisierte die Bemühungen angeblicher Pazifisten, in den frühen 90er Jahren die Rüstungsproduktion einzuschränken. Dies habe lediglich dazu geführt, dass tschechische Firmen aus ihren Märkten gedrängt und ihre Position von ausländischen Rüstungsunternehmen eingenommen worden sei. Zeman erklärte, die Regierung wolle die inländischen Waffenproduzenten bei ihrem Bemühen unterstützen, sich auf ausländischen Märkten durchzusetzen, und dabei auch die Möglichkeiten nutzen, die sich durch den Nato-Beitritt Tschechiens ergeben. Als demokratisches Land werde Tschechien aber Ausfuhren in Risikogebiete nicht zulassen und alle entsprechenden internationalen Verträge respektieren.

Wie die Unterstützung der tschechischen Rüstungsindustrie konkret aussehen sollte, erklärte indessen weder Ministerpräsident Zeman noch Verteidigungsminister Vetchy, der der Idet-Eröffnung ebenfalls beiwohnte. Dafür betonte Vetchy, dass sich auf Initiative seines Ministeriums die Kommunikation zwischen den zwei rivalisierenden Rüstungskonsortien RDP Group und Assoziation für Verteidigungsindustrie verbessert habe.

Zahlreiche Vertreter einheimischer Rüstungsfirmen wiesen bei ihrer Beurteilung der Probleme darauf hin, dass man generell mit einem Produkt erst dann auf ausländische Märkte gelangen könne, wenn man Referenzen über Lieferungen an die eigene Armee vorweisen könne. Dazu meinte Verteidigungsminister Vetchy, bei Beschaffungsaufträgen der Armee würden inländische Produzenten natürlich bevorzugt behandelt, doch verlange man von ihnen ein Qualitätsniveau, das dem internationalen Vergleich standhalte.

Die Waffenmesse Idet dauert noch bis zum 7. Mai, Teilnehmer sind mehr als 350 Aussteller aus 25 Ländern.

Zulieferindustrie sorgt für Qualitätsschub bei Skoda

Der Skoda-Auto-Konzern in Mlada Boleslav steht europaweit als Begriff für international konkurrenzfähige Qualitätsarbeit Made in Czech. Doch der Name allein bürgt noch nicht für die hohe Qualität, dahinter steht vor allem eine harte und erfolgreiche Arbeit in der Zulieferindustrie. Mehr dazu von Lothar Martin.
Im modernen Ambiente des Skoda-Auto-Museums in Mlada Boleslav fand am Dienstag die bereits 6. Preisverleihung des Formel-Q-Avards an die besten Zulieferer des Konzerns aus Tschechien und der Slowakei statt. Dieser Wettbewerb zur Honorierung der zuverlässigsten, flexibelsten und qualitativ besten unter den rund 500 Lieferanten des anerkannten PKW-Herstellers war seinerzeit eingeführt worden, um die Zulieferindustrie zu motivieren, sich das Firmenmotto Leading Edge - Weltklasse in allem, was wir tun - zu eigen zu machen. Und auf diesem Weg sind die Skoda-Lieferanten auch ein gehöriges Stück vorangekommen, wie uns der Qualitätssicherungsleiter von Skoda Auto, Erwin Mackowiak, berichten konnte:

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Für das Jahr 1998 wurden insgesamt 12 Firmen, acht tschechische und vier slowakische, mit dem silbernen Qualitätspreis ausgezeichnet. Zum ersten Mal vergeben wurde der "goldene" Q-Preis von Skoda Auto, und zwar an die slowakische Firma Sluzba VDI und an die tschechische Firma AKUMA. Beiden Firmen wurde dieser Sonderpreis zuteil, da sie zuvor bereits zum fünften Mal die Trophäe als beste Zulieferer entgegengenommen hatten.

Der Erfolg des Jahres 1998, in dem Skoda erstmals mehr als 400.000 Wagen produzierte und einen Rekordumsatz von über 105 Milliarden Kronen erzielte, hat also viele Väter. Nicht zuletzt sorgten der Qualitätszuwachs und der immense Preisvorteil für eine Exportsteigerung der Skoda-Typen Octavia und Felicia von 37,2 Prozent in Westeuropa und von nahezu 50 Prozent auf dem anspruchsvollen deutschen Markt. Und das vom Erfolg der Marke Skoda auch längst deren beste Zulieferer profitieren, darüber informierte uns der Pressesprecher des Konzerns, Dr. Milan Smutny:

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Der Prager Aufstand vor 54 Jahren

Wer schon einmal in Prag war, wird sie bestimmt bemerkt haben, die kleinen Gedenktafeln an den Hauswänden. Jedes Jahr Anfang Mai werden sie mit Blumen und Kränzen geschmückt, denn sie erinnern an die über 2.000 Gefallenen des Prager Auftandes im Mai 1945. Katrin Bock erinnert an die Geschehnisse vor 54 Jahren:
Am Samstag, den 5. Mai 1945, um 12 Uhr 33 war der Hilferuf aus dem tschechoslowakischen Rundfunk zum ersten Mal im Äther zu hören. Mit dieser Aufforderung, das Rundfunkgebäude in der Vinohradska-Strasse zu verteidigen, begann der Prager Aufstand gegen die deutschen Besatzer. Bereits am Vortag hatten die Tschechen begonnen, in der Hauptstadt deutsche Schrifttafeln und Hakenkreuze zu entfernen. Am 6. Mai standen dann im Prager Zentrum rund 1.600 Barrikaden, gebaut aus Strassenbahnwagen, LKWs, Pflastersteinen und was sich sonst noch dazu eignete. Doch die Lage der Prager Bürger war recht hoffnungslos, standen sie doch den überlegenen deutschen Truppen gegenüber, die über eine viel bessere Ausrüstung verfügten. Aus dieser Situation rettete sie die Vlasov-Armee. Dies war ursprünglich eine von den Deutschen gegründete Armee russischer Desserteure und Kriegsgefangener, die gegen die Rote Armee und für eine Befreieung der Sowjetunion von Stalin kämpften. Zur Überraschung der Deutschen wendete sich die Vlasov-Armee nun gegen die einstigen Verbündeten. Am frühen Morgen des 6.5. marschierten die rund 18.000 Soldaten in Prag ein, besetzten den westlichen Teil der Stadt, unter anderem auch den Flughafen, von dem deutsche Flugzeuge zuvor gestartet waren, um das Prager Stadtzentrum zu bombardieren. Damit brachten sie die Wende im Kampf um Prag. Sowohl die Russen als auch die Prager hofften auf das baldige Erscheinen der US-Armee. Diese befreite am 6. Mai 1945 Pilsen, doch am folgenden Tag blieb sie hinter Pilsen stehen, gemäss einer zuvor mit Moskau getroffenen Vereinbarung. Der Roten Armee sollte der Ruhm der Befreiung Prags zukommen. Da die Soldaten der Vlasov-Armee - aus verständlichen Gründen- unter keinen Umständen der Roten Armee in die Hände fallen wollten, verliessen sie am 8. Mai Prag und hofften, in amerikanische Kriegsgefangenschaft zu kommen. Das gleiche hofften auch die deutschen Truppen, die am 8. Mai in Prag ihre Kapitulation unterzeichneten und daraufhin die Stadt Richtung Westen verliessen. Als am Mporgen des 9. Mai die Rote Armee in Prag einmarschierte, war der Kampf längst entschieden. Während des vier Tage dauernden Prager Aufstandes fielen über 1.600 Tschechen., 900 Deutsche und 500 Russen. Während des kommunistischen Regimes zwischen 1948 und 1989 wurde stets die Befreiung durch die Rote Armee am 9.Mai gefeiert. Die Verdienste der Vlasov-Armee wurden verschwiegen. Die meisten von ihren Soldaten fielen in russische Kriegsgefangenschaft und wurden entweder hingerichtet oder in sibirische Arbeitslager verschleppt. Erst seit 1989 erfuhren viele Tschechen von den Verdiensten dieser russischen Armee. Ebenfalls erst seit dem Ende der kommunistischen Ära wird in Westböhmen die Befreiung durch die US-Armee gefeiert.
"Europa - Sichtweisen und Wandlungen" - ein multilaterales Schülerprojekt zum Europa-Tag

Von der Vergangenheit zurück in die Zukunft und zwar nach Berlin. Das Albert Einstein Gymnasium hat sich nämlich etwas Besonderes zum Europa-Tag einfallen lassen. Was, das sagt Ihnen nun Schulleiter Klaus Lehnert:

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