Grenzöffnung vor 10 Jahren

Die revolutionären Veränderungen vor 10 Jahren spielten sich auch hierzulande auf recht vielen Schauplätzen ab, unter denen einige besonders symbolisch für den Fall des Eisernen Vorhangs waren. Gemeint sind die unzähligen Orte an der tschechisch-deutschen bzw. tschechisch-österreichischen Grenze, die jahrhundertelang als Kontaktstellen der Grenzbevölkerung funktionierten. Doch durch die Teilung der Welt in zwei bipolare Sphären nach dem 2.Weltkrieg befanden sie sich über 4 Jahrezehnte lang in einer Zone mit Wachtürmen und Minenfeldern an einer toten Grenze. Unüberwindbar, bedrohlich, vor allem aber endgültig schien dieses sichtbare Zeichen der Grenze zwischen den Staaten. Vor nunmehr 10 Jahren wurde jedoch innerhalb kürzester Zeit Wirklichkeit, was niemand für möglich gehalten hatte: der Eiserne Vorhang öffnete sich und verschwand binnen weniger Monate. Und damit willkommen zu Thema heute, in dem sich Zeitzeugen von damals an die Ereignisse vor 10 Jahren erinnern. Am Mikrophon ist Jitka Mladkova.

Grosse Freude diesseits und jenseits der Grenze begleitete vor 10 Jahren deren Wiederöffnung. Den ersten Begegnungen wohnten selbstverständlich auch Journalisten bei, unter ihnen der schweizerische Mittelosteuropa-Korrespondent Arthur Meyer:

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Ja, die Freude war gross, die Erwartungen hochgesteckt, doch das Miteinanderreden musste erst wieder gelernt werden. Aus Anlass der Grenzöffnung vor 10 Jahren fand bereits im Sommer dieses Jahres ein Grenzfest an der südböhmisch-oberösterreichischen Grenze statt, wo man sich an die historischen Momente der Liquidierung der Stacheldrahttrennlinie sehr gerne erinnerte. So auch der damalige Landeshauptmann von Oberösterreich, Dr. Ratzenberg:

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Der Stacheldrahtzaun war wegen der Länge der Staatsgrenze nicht so schnell zu beseitigen, und so konnte auch der damalige Kreisamtvorsitzende in Cesky Krumlov/Krumau , Dr.Svoboda, noch im Frühjahr 1990 kurz nach seinem Amtsantritt das Grenzdurchschneiden persönlich miterleben:

"Zuerst war das Durchschneiden des Stacheldrahtzauns mehr oder weniger symbolisch. Mit einer riesengrossen Drahtzange hat man das gemacht .Das waren schöne Augenlicke .Später haben dann auch Grenzschutzsoldaten mitgemacht. Der Kreis Krumau wurde als erster im Lande den Stacheldraht los, und dabei war die verzaunte Grenze in unserem Kreis die längste. Die Grenzöffnung war für mich etwas, was ich im ersten Moment nicht gleich fassen konnte."

Die Grenzöffnung vor 10 Jahren feierten im letzten Sommer Bewohner zweier Ortschaften am üdböhmisch-österreichischen Grenzübergang Guglwald/Predni Vyton. Mit dabei war auch der oberösterreichische Landeshauptmann Dr. Joseph Pühringher:

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So sehen das also ranghohe Politiker. Was bedeutetee die Grenzöffnung für diejenigen, die jahrzehntelang beiderseits der toten Grenze leben mussten? Jan Stoiber, Bürgermeister von Predni Vyton:

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Die Stacheldrahtgrenze als Trennlinie - so erlebten sie besonders die Leute, die - wie man zu sagen pflegte - "drüben" Verwandte bzw. Freunde hatten. Über seine damaligen Gefühle sagt Klaus Huber, Moderator bei ORF Oberösterreich:

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Ein denkwürdiges Ereignis, dessen historischer Bedeutung man sich erst nach und nach bewusst wurde. Das Jahr 1989 markiert einen Wendepunkt nicht nur in der europäischen Geschichte.

Soweit die heutige Ausgabe von Thema heute. Am Mikrophon verabscheidet sich Jitka Mladkova.



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