17 November 1989-1999
Das Jahr 1989 stellt einen Wendepunkt in der Nachkriegsgeschichte Mittel- und Osteuropas dar. Es symbolisiert den Fall des Kommunismus. Als Michail Gorbatschow vor zehn Jahren in der Sowjetunion weitgehende Reformen durchführte, hielt die tschechoslowakische Regierung an ihrer konservativen Linie fest und lehnte es ab, den Reformweg einzuschlagen. Das Jahr 1989 begann in Prag mit Demonstrationen anläßlich des 20. Milous Jakes & Miroslav Stepan Todestages von Jan Palach, einem Studenten, der sich 1968 aus Protest gegen den Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei verbrannte. Die Polizei ging brutal gegen die Demonstranten vor. Das hatte eine breite Welle von Protesten zur Folge. Im Juni des gleichen Jahres gab ein Gruppe von Dissidenten mit Václav Havel an der Spitze die Erklärung "Einige Sätze" heraus. Diese wurde zunehmend auch von einfachen, dem Regime bisher passiv gegenüberstehenden Bürgern unterzeichnet.

Im August 1989 hat eine weitere Manifestation stattgefunden, die von der Polizei auseinander gejagt wurde; 400 Leute wurden verhaftet. Gegen Ende des Sommers strömten Tausende von DDR-Bürgern auf dem Wege in den Westen nach Prag; die tschechoslowakischen Organe schauten passiv zu. Die Prager Straßen waren auf einmal voll von DDR-Trabis, die von ihren Eigentümern zurückgelassen worden waren. 17. 11. 1989 Es war klar, daß die kommunistischen Regime in Mittel- und Osteuropa in ihren Grundfesten erschüttert waren und Moskau im Gegensatz zu den Ereignissen von 1956 in Ungarn und 1968 in der Tschechoslowakei nicht mehr in die Veränderungen einzugreifen gedachte. Am 17. November 1989 - eine Woche nach dem Fall der Berliner Mauer - gingen in Prag Tausende von Studenten auf die Straße, um Jan Opletals, eines jungen Studenten, der bei einer Demonstration während des Protektorats erschossen worden war, zu gedenken. Die spontane Kundgebung brachte eine Lawine ins Rollen, die im Sturz des kommunistischen tschechoslowakischen Regimes mündete und zu den ersten demokratischen Wahlen nach fast einem halben Jahrhundert führte.

Radio Prag will deshalb in einer Sendereihe an die Ereignisse vor zehn Jahren, sowie an den Fortschritt, den die Tschechoslowakei und dann die Tschechische Republik zieleten, erinnern. Und wie hat sich unser Leben seitdem verändert? Wieviele Hoffnungen aus dem Jahre 1989 haben sich erfüllt? In den folgenden Monaten werden wir auf diese Fragen sowohl in unseren Sendungen als auch auf unseren Internet-Seiten eine Antwort suchen. Hören Sie deshalb rein bei Radio Prag und den Sendungen, die wir für Sie auf dieser Seite zu diesem Anlaß vorbereitet haben.

Sollten Sie an die Ereignisse aus dem Jahre 1989 eigene Erinnerungen haben, zögern Sie nicht, uns davon zu erzählen. Sie können uns schreiben, ein e-mail schicken oder uns Ihre Telefonnummer mitteilen. Wir bauen Ihre Erinnerungen an die damaligen Geschehnisse in eine unserer Sendungen ein.

 
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Sex und Pornografie in Tschechien

Neues Minderheitengesetz

Das politische Geschehen aus dem Blickwinkel der Bürger

Obdachlose

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Forderung nach einer Debatte um Verbot der Kommunistischen Partei zehn Jahre zu spät

Bücher

Die Sprache

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Reisen vor 10 Jahren

Zehn Jahre danach
Ein Artikel aus der ehemaligen Parteizeitung Rude Pravo

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