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Nur noch wenige Tage bis zum 21. August, dem historischen Datum des Einmarsches der Truppen des Warschauer Paktes vor genau 30 Jahren. Kein Grund zum Feiern, aber ganz gewiss einer zum Rückblick. Ein Datum, das nicht nur die Politiker und die Bürger zur persönlichen oder öffentlichen, kritischen oder befangenen Beurteilung herausfordert, aber vor allem die Wissenschaftler - allen voran die Historiker. Andrea Kopelentova war heute in dem erst vor acht Jahren gegründeten Institut für zeitgenössische Geschichte. Warum, das erfahren Sie von ihr.



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Nur noch wenige Tage bis zum 21. August, dem historischen Datum des Einmarsches der Truppen des Warschauer Paktes vor genau 30 Jahren. Kein Grund zum Feiern, aber ganz gewiss einer zum Rückblick. Ein Datum, das nicht nur die Politiker und die Bürger zur persönlichen oder öffentlichen, kritischen oder befangenen Beurteilung herausfordert, aber vor allem die Wissenschaftler - allen voran die Historiker. Andrea Kopelentova war heute in dem erst vor acht Jahren gegründeten Institut für zeitgenössische Geschichte. Warum, das erfahren Sie von ihr.

Mit dem 30. Jahrestages des Einmarschsdatums der sowjetischen Panzer in Prag - de facto der Zerschlagung des Prager Frühlings und der Hoffnungen, die mit einem Sozialismus mit menschlichem Antlitz - wie es hiess - verbunden waren, häufen sich die Termine, die auf dieses Ereignis eingehen. Gedenkfeiern, Ausstellungen in der Prager Metro oder Galerien, Beiträge in den Pressemedien, aber auch neue Dokumentarserien im Fernsehen ...

Es scheint, Tschechiens Bürger haben sich auf den mühseligen Weg der Vergangenheitsbewältigung gemacht ....

Hilfe leisten da vor allem die Fachleute. Das Institut für Gegenwartsgeschichte der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik gibt in dem Brünner Verlag Doplnek eine Editionsreihe von Quellen zu den Ereignissen in der Tschechoslowakei für den Zeitraum 1967 bis 1970 heraus. Das Projekt ist bereits 1992 in Zusammenarbeit mit der damaligen Regierungskommission zur Analyse dieses Zeitraums entstanden. Der Redaktionsrat setzt sich aus Mitarbeitern des erwähnten Instituts, der Regierungskommission, des Historischen Instituts der Armee, für Internationale Beziehungen, der Karlsuniversität, des Innenministeriums, des Politischen Kabinetts und des Historischen Instituts der Slowakischen Akademie zusammen.

Der Projektleiter Vilem Precan, bis vor kurzem noch Direktor des Instituts für Gegenwartsgeschichte in Prag und vor allem langjähriger Leiter und Gründer des Samisdat- Dokumentationszentrums im deutschen Scheinfeld meinte zu dem heute vorgestellten und bereits 10. Band der Reihe "Die Bürgergesellschaft 1967-1970 - Soziale Organismen und BEwegungen des prager Frühlings 1967-1970":

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"Ich gehöre zu den Menschen, die nie mit dem Erreichten zufrieden sind, weil ich weiss, was noch vor uns liegt und wie unvollkommen unsere menschlichen Leistungen sind. .... Es handelt sich aber um die umfangreichste Quellensammlung zu den zeitgenössischen Geschehnissen der Tschechoslowakei in den letzten 50 Jahren. Zur Vollkommenheit ist es noch ein weiter Schritt. " Weiter bemerkte er, dass in Anbetracht der BEdeutung der Bürgerinitiativen an den Strukturen und Aktivitäten des kommunistischen Regimes und der Partei, die Emanzipation der Bürgerbewegung nach Ansicht einiger Historiker der eigentliche Inhalt des historischen Prozesses im Jahre 68 war ...."

Die Rolle der Bürgerbewegungen ist auch nach 30 Jahre eine aktuelle Problematik und so kommt diese Publikation gerade richtig. Einer der grössten Propagandisten der Bürgeraktivitäten - Staatspräsident Vaclav Havel - wandte sich gerade im Zusammenhang mit seiner Kritik an der alten konservativen Regierungskoalition seit dem vergangenen Herbst wiederholt mit der Forderung nach mehr Bürgerinitiative an die Öffentlichkeit.


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