| 1968 - 1998 |
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Der 21.August 1968 - kein Tag wie jeder andere.
Dass sich dieser tag nun zum 30. Male jährt, war denn auch Grund
genug für den tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Havel, sein
nun schon seit Juli währendes, krankheitsbedingtes Schweigen zu
brechen und vom Krankenbett aus zu den damaligen Ereignissen
Stellung zu nehmen.
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Gegenüber dem Tschechischen Rundfunk betonte Havel, der Prager
Frühling sei keineswegs über Nacht entstanden. Vorausgegangen sei
vielmehr eine von Ende der 50-er Jahre bis Ende der 60-er Jahre
dauernde Selbstbefreiung der Gesellschaft in kultureller,
geistiger und bürgerlicher Hinsicht.
Weiter sagte er:
"Es war für mich eine schöne Zeit, denn nach 20 Jahren konnte man erstmals wieder frei atmen und frei reden. Selbstverständlich empfanden wir die politischen Dilemmas, die mit dieser Zeit verbunden waren, aber ich glaube, niemand, der das erlebt hat, wird das je wieder vergessen. Die Okkupation durch die Warschauer Paktstaaten hat eine erstaunliche Sache zutage gefördert: Wie nämlich eine unbewaffnete Öffentlichkeit die Invasion mehrerer mächtiger Armeen lahmlegen kann. Der einwöchige Widerstand der Gesellschaft gegen die Okkupanten, dieser absolut einheitliche Widerstand, das war ein bewundernswertes Phänomen, zu dem auch ich einen kleinen Teil mit beitragen konnte." Wie Vaclav Havel weiter sagte, sei dieser gewaltlose Widerstand im August 1968 es wert, einer wissenschaftlichen Analyse unterzogen zu werden. Dies gelte vor allem für die Rolle, die die Medien damals gespielt hätten, zumal gerade sie - die Medien - den gesamten friedlichen Widerstand gegen die Gewalt koordiniert hätten. |
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