1968 - 1998 Radio Prague
In zwei Wochen jährt sich zum 30. Mal eines der wohl folgenreichsten Ereignisse in der tschechischen Nachkriegsgeschichte. Die Rede ist - Sie werden es bereits geahnt haben - vom Prager Frühling bzw. dessen gewaltsamem Ende durch den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die Tschechoslowakei in der Nacht zum 21. August 1968. Thema des heutigen Geschichtskapitels ist nicht der Prager Frühling, sondern die Geschichte des 21. Augusts in den letzten 30 Jahren.



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Neben dem 25. Februar 1948, der Machtergreifung der Kommunisten und dem 17.November 1989, dem Beginn der Samtenen Revolution, ist wohl kein Datum von so groÁer Bedeutung für die tschechische Nachkriegsgeschichte wie der 21. August 1968. An diesem Tag wurden die Hoffnungen Millionen von Tschechen und Slowaken auf einen Sozialismus mit menschlichem Anlitz, auf Presse- und Meinungsfreiheit unter Panzerketten zermalmt. Dieser Tag prägte sich in das Gedächtnis aller, die ihn erlebt hatten, auf dramatische Weise ein. Mit Bedenken und Befürchtungen erwarteten deshalb die neuen, moskautreuen Machthaber in Prag den ersten Jahrestag der Invasion.

August '68 Die neue Regierung hatte sich wochenlang sorgfältig auf die zu erwartenden Demonstrationen vorbereitet. Die tschechoslowakische Armee war ebenso wie die Volksmiliz und die Polizei in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Dennoch begannen sich die Prager bereits am 19. August 1969 auf dem Wenzelsplatz zu versammeln. Am folgenden Tag begannen die Demonstranten Barrikaden in den Prager StrtaÁen zu errichten. Am 21. August protestierten dann Tausende von Pragern gegen die Invasion. Ihre Zahl wurde auf 50- 100.000 geschätzt.

Gegen die Demonstranten wurden Panzer eingesetzt. Diesmal handelte es sich allerdings nicht um Panzer und Soldaten aus den sozialistischen Bruderstaaten, sondern um tschechoslowakische. Insgesamt 300 Panzer und rund 20.000 tschechische und slowakische Soldaten gingen damals auf Befehl der Partei gegen ihre Mitbürger in 30 Städten vor. Das Ergebnis war tragisch: vier tote Demonstranten im Alter von 18 bis 29 Jahren, die von Kugeln der Polizei bzw. Soldaten tödlich getroffen worden waren, Dutzende von Verletzten und über 800 Festnahmen.

Die kommunistische Regierung reagierte prompt auf die stürmischen Ereignisse. In einer Sondersitzung wurden sofortige Massnahmen zur Festigung und Schutz der öffentlichen Ordnung beschlossen. Das Strafmass bei Vergehen wie Aufwiegelung bzw. Beleidigung der Republik und ihrer Vertreter wurde kurzerhand erhöht. Eine weitere Massnahme ermöglichte es, "Störer der sozialistischen Ordnung" sofort aus ihrer Arbeit zu entlassen, das Weiterstudium bzw. den Aufenthalt in bestimmten Städten zu verbieten. Die Massnahmen traten bereits am 22. August 1969 in Kraft. Sie sorgten dafür, dass immer weniger Tschechen und Slowaken sich trauten, in der Öffentlichkeit die politischen Verhältnisse zu kritisieren. Es begann die Zeit der Normalisierung, in der der sogenannte Gesellschaftsvertrag galt: dafür, dass man nicht gegen die Regierung und das herrschende System öffentlich protestierte, ging es einem in der Regel materiell verhältnismässig gut.

Die eingetretene Ruhe wagte erst 1977 jemand zu stören: die Begründer und Unterzeichner der Charta 77. Diese wollten sich nicht mehr mit den herrschenden Verhältnissen abfinden. In ihren Dokumenten nannten sie die Dinge beim Namen und kritisierten den Einmarsch der Warschauer Pakt Staaten 1968. Doch am 10.Jahrestag der Invasion 1978 war die Zeit noch nicht reif für Demonstrationen oder Protestaktionen der Regimekritiker. Zudem hatte die Regierung dafür gesorgt, dass einige unliebsame Bürger und Bürgerinnen den Tag nicht in Prag oder anderen grossen Städten verbringen würden.

Offiziell wurde ebenfalls des 21. August 1968 gedacht, natürlich als 10. Jahrestag der internationalen brüderlichen Hilfe. Im Mai 78 hatte der sowjetische Parteichef Leonid Breznev seine treuen Parteigenossen an der Moldau besucht. Diese hatten bereits im März ihr Geschenk für ihre bedingungslose Treue gegenüber dem Kreml erhalten: als erster nichtsowjetischer Kosmonaut durfte der tschechoslowakische Astronaut Vladimir Remek mit der Sojuz 28 ins Weltall entschweben. Anlässlich des Jahrestages erklärte der tschechoslowakische Präsident Gustav Husak:

"Unser Volk und unsere Partei können mit wirklichem Stolz auf die vergangene Periode zurückblicken, da in dieser die Richtigkeit der unternommenen Schritte bestätigt wurde. Weder Verleumnungen noch Lügen können an diesen Tatsachen, die Millionen von tschechoslowkischen Bürgern kennen, etwas ändern."

Abgesehen von den Dokumenten der Charta 77, die keinen Jahrestag der Invasion vergassen, herrschte für weitere zehn Jahre Ruhe im Lande - bis zum Jahr 1988. In einem auf eine Acht endenden Jahr erwarteten die Tschechen mögliche Änderungen. 1918 entstand die Tschechoslowakei, 1938 wurde sie durch das Münchner Abkommen zerstört, 1948 ergriffen die Kommunisten die Macht im Lande, 1968 wurde der Prager Frühling durch den Einmarsch der Warschauer Pakt Staaten beendet. Das Jahr 1988 wurde also mit gewissen Hofnungen erwartet. Für diese sprachen auch die Veränderungen in Moskau. Bereits im März 1987 war in den Moskovskij novosti ein für Tschechen und Slowaken äuÁerst interessanter Artikel erschienen. In diesem hiess es unter anderem:

"Wie kann man von Glasnost sprechen und glauben, dass diese neue Erscheinung bereits allgemein akzeptiert wird, wenn die Besetzung der Tschechoslowakei bisher noch nicht als internationales Verbrechen verurteilt wurde. Denn letzten Endes war der Prager Frühling nichts anderes als ein Vorläufer der Glasnost."

Während man in Moskau bereits offen Fehler in der Politik des Jahres 1968 einräumte, klammerte sich die Prager kommunistische Führung weiterhin an ihre Sessel und verurteilte alle Versuche, den 21. August umzubewerten. Dennoch wagten sich am 21. August 1988 zum ersten Mal seit 1969 mit der Regierung Unzufriedene auf die StraÁe und erinnerten an die Invasion. Rund 10.000 Menschen sollen sich auf dem Wenzelsplatz eingefunden haben. Die Mutigsten von ihnen unterzeichneten eine Resolution der Unabhängigen Friedensvereinigung. In dieser wurde unter anderem der Abzug der sowjetischen Truppen aus der Tschechoslowakei, die Verurteilung der Invasion, eine Neubewertung der Ereignisse von 1968 und 69 sowie Meinungs-, Presse und weitere Bürgerfreiheiten gefordert. Das Parteiblatt Rude Pravo kommentierte die Demonstration unter der Überschrift "Störaktion in Prag" auf seine Weise:

"Am Samstag Abend, Sonntag Nachmittag und Abend versuchte eine Gruppe von Personen eine Störaktion auf dem Wenzelsplatz. Entsprechend einer vorher abgesprochenen Regie, unter Beteiligung von fremden Staatsangehörigen versuchten ausländische Fernseh- und Rundfunkteams sowie weitere Journalisten westlicher Medien Sensationen zu ergattern. Der besonnene und entschiedene Einsatz der Mitglieder der Nationalen Sicherheit sorgte dafür, dass es zu keinen Ausschreitungen kam."

Das Jahr 1988 brachte die von Tschechen und Slowaken erhofften Änderungen noch nicht, doch waren viele Bürger aus ihrer jahrelangen Lethargie aufgewacht. Am 28. Oktober 1988, dem 70. Jahrestag der Entstehung der Tschechoslowakei, demonstrierten erneut Tausende im Prager Zentrum gegen das herrschende System. Und so war die Demonstration am 21. August 1989 keine Überraschung mehr für die Prager Machthaber.

Unter den 1000en von Demonstranten waren vor 9 Jahren auch einige ungarische Studenten, die ein Transparent mit der Aufschrift: "Wir kommen mit Blumen, nicht mit Panzern" hochhielten. Diese Studenten waren übrigens Mitglieder des ungarischen Verbands junger Demokraten FIDESZ, der aus den letzten Parlamentswahlen in Ungarn vor wenigen Wochen als Sieger hervorgegangen ist.

Die Parteizeitung Rude Pravo reagierte auf die Demonstration unter der Überschrift "Provokation in Prag" in der damals übliche Art und Weise, der brutale Polizeieinsatz gegen die Demonstranten wurde natürlich nicht erwähnt:

"Die Organisatoren der illegalen Gruppen hetzten zum Rufen von Parolen auf, mit denen sie vor den Kameras ausländischer Fernsehstabe ihre Sympatie mit den Entwicklungen in Polen und Ungarn ausdrückten."

Auf die Demonstration reagierte auch der damaligen KP-Vorsitzende Milos Jakes in einer Rede: "Deshalb können wir die Taten dieser Gruppen bei uns nicht tolerieren, die sich um eine Rückkehr zu den Verhältnisse vor dem Februar 1948 bemühen und nicht zögern Terror gegen diejenigen loszubrechen, die ihre antisozialistischen Taten verurteilen. Wir brauchen keinen Rat von gewissen westlichen politischen Kreisen und Sendern. Wir werden es nicht dulden, dass Besuche der Tschechoslowakei zur Einmischung in innere Angelegenheiten unseres Landes missbracuht werden, wie dies am 21. August dieses Jahres der Fall war."

Doch viel Zeit blieb der alten Garde nicht mehr. Eine weitere Demonstration drei Monate später, am 17. November 1989, löste die Samtene Revolution aus und brachte das Ende des Sozialismus. Die Ereignisse der Jahre 1968/69 werden seitdem neu erforscht, zahlreiche Artikel und Bücher erschienen, längst haben sich die beteiligten Staaten für die Invasion von 1968 entschuldigt. Anlässlich des 30jährigen Jahrestages finden dieses Jahr unter anderem zalreiche Ausstellungen statt. Im nächsten Geschichtskapitel werden Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, mehr über den 21. August 1968 erfahren. Also hören Sie rein in zwei Wochen.

Im Mai 1968 war der Transformationsprozess in der Tschechoslwoakei, also der Prager Frühling, bereits im vollem Gange, was den sozialistischen Bruderländern mit der Sowjetunion an der Spitze so gut wie gar nicht gefiel. Es kam zum ersten Versuch einer kollektiven Druckausübung. Der KP- Chef Alexander Dubcek wurde nach Dresden geladen, wo er und die gesamte Parteiführung bzw. deren politische Linie einer scharfen Kritik unterzogen, aber auch offenen Androhungen ausgesetzt wurden.

Als radikalste Kritiker des tschechoslowakischen Wiedergeburtsprozesses, den man hier als "schleichende Konterrevolution" bezeichnete, traten der polnische und der DDR-Parteichef Vladyslaw Gomulka und Walter Ulbricht auf, beträchtliche Befürchtungen äusserten aber auch die Genossen Janosz Kádár aus Ungarn und Todor Schiwkow aus Bulgarien. Mit dieser Kritik war es aber - wie wir heute wissen - noch bei weitem nicht bestellt. Noch im selben Monat reiste fast die gesamte Partei- und Staatsführung nach Moskau, an dem nächsten Treffen, diesmal in Warschau zu Sommerbeginn, nahm sie aber nicht mehr teil, da der Tonfall der Einladung schon zu sehr nach einem Befehl klang und für Prag unakzeptabel war.

Ohne uns über uns - auf diese einfache Formel lässt sich der Inhalt der Warschauer Beratungen bringen. Deren Fazit lautete: Der Reformprozess in der Tschechoslowakei muss um jeden Preis gestoppt werden, auch wenn dies zum 3.Weltkrieg führen sollte. In Prag konnte man dann einen offiziellen Brief lesen, in dem festgestellt wurde, dass die in der Tschechoslowakei entstandene Situation bereits die vitalen Interessen der anderen sozialistischen Länder bedrohe. Das Präsidium des ZK der KPTsch unterstrich anschliessend in einem umfassenden Statement vom 19.Juli, das Hauptanliegen der tschechoslowakischen Entwicklung seit Januar 1968 sei es gerade, die innere Kraft und die Stabilität der sozialistischen Gesellschaftsordnung und damit auch die der Bande unter den eigenen Verbündeten zu verstärken. Die Dubcek- Führung konnte jetzt nicht mehr, selbst wenn sie dies gewollt hätte, den Emanzipationsprozess in der Gesellschaft stoppen. Auch wenn sich schwarze Wolken immer mehr über dem Land zusammenballten, gerade dies schweisste die Nation zusammen. Sie reagierte mit Tausenden Resolutionen zur Unterstützung der Staatsführung und diese machte ihr wiederum Mut durch verschiedene Proklamationen bezüglich der angespannten Beziehungen mit den Warschauer Paktstaaten.

Parlamentspräsident Josef Smrkovsky versprach:

"Für mich persönlich möchte ich sagen, dass ich ein Optimist bin und dass das Missverständnis vom Tisch gewischt wird. Das, was passiert ist, werden wir als Vergangenheit betrachten. Ich schliesse mich den Worten Alexander Dubceks an : von dem eingeschlagenen Weg werden wir keinen einzigen Schritt, keinen einzigen Zentimeter abweichen."

Die demonstrierte Einheit bekam aber doch immer mehr Risse, denn innerhalb der Partei gab es genug von jenen, die in dem Reformprozess eine Gefahr für ihre eigene Existenz sahen. Es handelte sich hierbei zumeist um Leute, die eng mit der stalinistischen Vergangenheit der Partei verknüpft waren. Aus Angst vor der Zukunft, aus Angst um die eigenen Privilegien formte sich direkt an der Parteispitze ein harter, oder wie sie sich selbst bezeichneten, gesunder Kern der Partei, der immmer offener gegen den Reformprozess auftrat. Gerade diese Hardliner haben ihren Beitrag dazu geleistet, dass der Prager Frühling letztendlich scheiterte.

Die letzte Phase der tschechoslowakischen Entwicklung wird das Thema des nächsten Kapitels unserer Chronik über den Prager Frühling sein, dass wir wie jeden Tag in dieser Woche, wieder am Freitag in unserem Beitragsblock aufschlagen werden.

Nach dem turbulenten Frühling stand der Tschechoslowakei nun auch ein heisser Sommer 1968 bevor. In den Tagen vom 2O.- 3O.Juni fand im Böhmerwald ein umfangreiches Manöver der verbündeten Armeen des Warschauer Paktes statt, das praktisch - wie wir heute wissen - als Generalprobe für den bevorstehenden Truppeneinmarsch im August galt. Danach fiel schon auf, wie ungewöhnlich lang es diesmal bei den einzelnen Einheiten der Waffenbrüder dauerte, das tschechoslowakische Territorium zu verlassen. Die Schlinge wurde immer fester gezogen. Als einen Beweis dafür, dass die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei bereits die Kontrolle über das Geschehen im Lande völlig verloren hatte, interpretierte man einmütig in den Parteizentralen der anderen Bündnisländer die Veröffentlichung des Manifestes " 2 OOO Worte" am 27.Juni in Prag. Darin hiess es u.a.:

" Wie bereits nach dem Krieg so haben wir auch im diesjährigen Frühjahr die grosse Gelegenheit bekommen, unsere gemeinsame Sache, die den Arbeitsnamen "Sozialismus" trägt, in die eigenen Hände zu nehmen und ihr eine Form zu verleihen, die unserem einst guten Ruf und der relativ guten Meinung, die wir mal über uns selbst hatten, besser entsprechen würde." Das Manifest, dass die Tschechen und Slowaken massenhaft und spontan in ihren Arbeitsstätten, aber auch auf den Strassen unterschrieben, erwies sich als das sprichwörtliche Öl-ins Feuer-giessen. Noch 3O Jahre danach äusserte sich dazu der ehemalige Sowjetreformer Gorbatschow in einem dieser Tage ausgestrahlten tschechischen Fernsehfilm über den Prager Frühling höchst negativ. Hier ein Zitat:

"2 OOO Worte " - das ist vor allem Antisowjetismus. Als wir es gelesen haben, haben wir uns gefragt: Was geht dort eigentlich vor ? Ich sage Ihnen, das war Wasser auf die Mühlen unserer Konservativen. Die wollten die Veränderungen verhindern, mit denen Chrustschow begonnen hatte und um die auch Kossygin bemüht war. Unter dem Eindruck dieser Ereignisse war nun auch die Kossygin-Reform begraben."

Das Zentralorgan der KPdSU "Prawda" hatte nach der Erscheinung des Manifestes von einer Verschwörung der imperialistischen Reaktion berichtet. Während des Sommers 68 kam es noch zu mehreren bilateralen bzw. multilateralen Gipfeltreffen der Warschauer Pakt-Staaten, sowohl mit als auch ohne tschechoslowakische Beteiligung, die ausschliesslich der Entwicklung in der Tschechoslowakei galten. Am 29.Juli waren die Parteichefs Alexander Dubcek und Leonid Breshnew, begleitet von weiteren Spitzenfunktionären ihrer Länder. mit je einem Sonderzug in der ostslowakischen Grenzstadt Cierna nad Tisou angereist. Keine einzige Information ausser der über die Aufnahme und Fortsetzung der Beratungen sickerte vier Tage lang durch, auch wenn die Nation ihrem Ergebnis gebannt entgegensah. An die tschechoslowakische Führung wurde folgender Aufruf adressiert, signiert von Tausenden von Bürgern auf öffentlich ausgelegten Petitionen:

" Verhandelt und erklärt, aber einheitlich und ohne Kompromisse verteidigt den Weg, den wir eingeschlagen haben und von dem wir lebend nie abweichen werden....." Und zum Schluss war zu lesen: " Wir denken an euch, denkt an uns. Ihr schreibt für uns eine schicksalshafte Seite der tschechoslowakischen Geschichte. Schreibt sie bedächtig, aber vor allem mutig. Diese einzigartige Chance zu verlieren wäre unser Unglück und eure Schande. Wir glauben an euch." Die Beratungen hatten sich festgefahren, denn die Forderungen der Sowjets waren für die andere Seite unannehmbar. Nach aussen hin demonstrierte man unerschütterliche brüderliche Einheit, doch das Schicksal der Tschechoslowakei war zu diesem Zeitpunkt schon besiegelt. An der Entscheidung des Kreml konnte auch das anschliessende Treffen der Parteichefs aller Warschauer-Pakt-Staaten am 3.August in Bratislava nichts mehr ändern. Die - wie es offiziell hiess - "internationalistische Hilfe" der Bruderländer wurde von ihren obersten Repräsentanten noch einmal und endgültig am 18.August in Moskau festgeschrieben. Die Nacht- und Nebelaktion des 21.August konnte in zwei Tagen beginnen.


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